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Mathematik

Die Sprache der Naturwissenschaften

17.02.2008 - aktualisiert: 20.11.2008 23:57 Uhr

Mathematik wird zur Schlüsselqualifikation
 

Stuttgart - Mathematik ist die Sprache der Naturwissenschaften", sagt Professor Timo Weidl, der an der Universität Stuttgart Analysis und Mathematische Physik lehrt. Ingenieure, Chemiker, Biologen oder Physiker haben mehr oder weniger stark in ihrem Studium und anschließend im Berufsleben mit Mathematik zu tun. "Mathematik ist die Grundlage dafür, komplizierte Systeme zu beschreiben und deren Verhalten vorherzusagen", definiert Weidl seine Disziplin. Hält das Hochhaus dem Winddruck auch bei Orkanstärke stand, und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass gerade in dieser Region ein Erdbeben auftritt? Antworten auf solche Fragen kann nur die Mathematik liefern.

Aber häufig scheitern Studenten an ihren ungenügenden Vorkenntnissen. "Viele Abiturienten sind sich gar nicht bewusst, welche Rolle die Mathematik in allen technischen, naturwissenschaftlichen oder auch wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen spielt", bedauert Weidl. Doch das sei nicht unbedingt den Schülern anzukreiden. An einigen Schulen würden sie gut, an anderen weniger gut in Mathematik unterrichtet. Daraus resultieren große Leistungsdifferenzen, die nicht selten zum Abbruch des Studiums führen. Von rund 250 Studienanfängern pro Jahr an der Uni Stuttgart schafft etwa die Hälfte den Abschluss. Die anderen werfen das Handtuch.

Ob man das Studium schafft, das zeigt sich schon bald. "Wer das erste und zweite Semester übersteht, der schafft auch den Abschluss", weiß Weidl aus der Erfahrung. Zur Vorbereitung auf das Studium bietet die Universität Vorkurse an, und wer wissen will, wie sein Leistungsstand ist, kann das online überprüfen (www.mathematik.uni-Stuttgart.de).

Mathematik hat an Beliebtheit gewonnen

Das Fach hat in den vergangenen Jahren deutlich an Beliebtheit gewonnen. Im Jahr 2006 waren insgesamt 56.600 Studenten im Fach Mathematik eingeschrieben. Im Vergleich zu 1996 hat sich 2006 die Zahl der neu Immatrikulierten verdoppelt: 2006 kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 12.010 Studenten hinzu. Männer und Frauen waren in etwa gleichen Teilen vertreten, mit leichtem Überhang der Frauen. âhnlich sieht es bei den Absolventenzahlen des Jahrgangs 2006 aus. Von den 5197 Mathematikern, die ihre Prüfung bestanden haben, waren rund 55 Prozent weiblich. Die Zahl der Absolventen insgesamt verteilt sich auf 1517 Absolventen mit Unidiplom, 145 haben ihr Studium an einer Fachhochschule bestanden, 271 entschlossen sich zu einer Promotion, und 638 legten eine Lehramtsprüfung ab.

An der Uni Stuttgart halten sich die Studentenzahlen des Diplom- und des Lehramtstudiengangs mit jeweils 125 die Waage. Im Diplomstudiengang wird Mathematik durch ein Nebenfach ergänzt, etwa BWL, Chemie oder Informatik. Die Nebenfachregelung ist auch an anderen Universitäten üblich. Im Hauptstudium spezialisiert man sich auf ein Teilgebiet der Mathematik, beispielsweise Algebra, Analysis, Geometrie oder Wahrscheinlichkeitsrechnung.

"Wir haben geplant, ab dem Wintersemester 2008 auf Bachelor und Master umzustellen", sagt Weidl. Ob das klappt, sei allerdings noch nicht ganz sicher. An den Studieninhalten werde die Umstellung ohnehin kaum etwas ändern. Im Lehramtsstudiengang soll zum Studienjahr 2009/10 in Baden-Württemberg das neue System eingeführt werden. Inhaltlich werden auch nach der Umstellung beide Studiengänge zunächst gleich sein.

Während sich die Diplomstudenten im Hauptfach dann aber ausschließlich mit Mathematik beschäftigen, absolvieren die Lehramtsstudenten Praktika an Schulen. Angehende Lehrer studieren ein Zweitfach, das im Umfang zur Mathematik gleichwertig ist. "Für beide Absolventengruppen sind die Berufsaussichten sehr gut", lautet die Prognose von Professor Weidl.

"Mathematik wagen", unter diesem Motto stehen die Angebote der Uni Stuttgart zum Jahr der Mathematik mit Vorlesungen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und Schulprojekten. Im Schülerzirkel Mathematik etwa werden Schüler an studiennahe Arbeitsformen herangeführt. "Mathematiktag" ist am 20. September (Klassen 7-13).

www.mathematik.uni-stuttgart.de/jahrdermathematik/
 

StZ/StN