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Pendant zu Santiago-Platz

Ein Platz in Chile soll Stuttgarts Namen tragen

Modell: Büro Kieferle

Pendant zu Santiago-Platz auf dem Haigst geplant – Stadt beteiligt sich mit 20.000 Euro an Kosten
 

Stuttgart - Ein Stück Stuttgart mitten in Chile: Noch in diesem Jahr soll in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile eine Plaza de Stuttgart entstehen. Dafür hat sich vor allem Honorarkonsul Georg Kieferle eingesetzt.

Hier liegt die Plaza de Stuttgart: An der Kreuzung Santa Isabel/San Isidro

Die Aussichtsplattform bietet wenig Platz, aber einen großartigen Blick auf den Stadtkessel. Seit Herbst 2006 trägt der kleine Platz auf dem Haigst den Namen Santiago de Chile. Den Großteil der Kosten für die Umgestaltung der einst verwahrlosten Plattform übernahm Georg Kieferle, Honorarkonsul von Chile. Bereits bei der Einweihung auf dem Haigst gingen die Planungen von Kieferle weiter. Seine Idee: Es sollte ein Pendant zu diesem Platz in Santiago geben. Der Honorarkonsul kontaktierte den Bürgermeister Raul Alcaino. Dieser war von der Idee durchaus angetan und versicherte, sich nach einem geeigneten Platz umzuschauen. Allerdings war Geduld gefragt. "Ich kenne doch meine Chilenen", sagt Kieferle und lächelt milde. "In Südamerika läuft es eben anders als hier." Offenbar ticken die Uhren in Chile langsamer. Vor einigen Wochen erhielt Kieferle endlich die frohe Botschaft aus Santiago, man habe einen schönen Standort gefunden. Dieser entspricht dem genauen Gegenteil seines Stuttgarter Pendants: Er bietet keine Aussicht, aber sehr viel Platz.

In einem der ältesten Viertel der Hauptstadt unweit der Kirche Iglesia Isidro soll eine rund 1800 Quadratmeter große Freifläche den Namen Plaza de Stuttgart tragen. Doch es gab noch einen Haken. Bürgermeister Alcaino forderte für die Umgestaltung des Platzes "eine kleine Geste" aus Stuttgart, wie Kieferle schildert. Also wandte sich der 78-Jährige, der seit mehr als 20 Jahren als Honorarkonsul tätig ist, an den OB. Und siehe da: Wolfgang Schuster unterstützte Kieferles Anliegen. Die hiesige Stadtverwaltung sicherte schließlich zu, sich mit 20.000 Euro an den Kosten für die Gestaltung des Platzes zu beteiligen. Hinzu kommen vier Rössle-Skulpturen, die den Platz als Wahrzeichen Stuttgarts schmücken sollen.

Zwischen Stuttgart und der chilenischen Hauptstadt bestünden sehr freundschaftliche Beziehungen, "die durch dieses Vorhaben noch weiter vertieft werden", begründet Schuster die finanzielle Unterstützung. Zahlreiche Familien seien Mitte des 19. Jahrhunderts aus Stuttgart nach Chile ausgewandert. Der Santiago-de-Chile-Platz in Degerloch solle an diese Verbindung erinnern und Neugierde auf das Land wecken. "Den gleichen Effekt wünsche ich mir vom Stuttgart-Platz in Santiago." Nach Entwürfen von Kieferles Architekturbüro sind auf der Plaza ein Spielplatz sowie ein Brunnen und Sitzgelegenheiten geplant. Die Umgestaltung soll insgesamt etwa 250.000 Dollar kosten. Einen Teil davon wird durch eine Benefiz-Ballettgala gedeckt, die Marcia Haydée, Leiterin des Ballett-Ensembles in Santiago, veranstaltet. Den Rest übernimmt die chilenische Hauptstadt. Ende des Jahres soll die Plaza de Stuttgart feierlich eingeweiht werden. Doch damit ist Georg Kieferle noch längst nicht am Ziel. Er will mehr: "Ich wünsche mir eine Partnerschaft der beiden Städte."
 

Marko Belser

06.06.2008 - aktualisiert: 06.06.2008 19:12 Uhr

 



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