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Hetger besucht EM in Basel

Gewerkschaft empört über Polizeichef

25.06.2008 - aktualisiert: 25.06.2008 17:30 Uhr

Hetger
Schnittchen statt Lagezentrum? Polizeipräsident Erwin Hetger
Foto: dpa
Stuttgart/Basel - Dicke Luft bei der Polizei: Landespolizeipräsident Erwin Hetger hat empört auf den Gewerkschaftsvorwurf reagiert, er wolle das EM-Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei in einer VIP-Lounge in Basel verfolgen. "Diese emotionalen Äußerungen sind unterhalb der Gürtellinie", sagte Hetger am Mittwoch. "Ich lasse mich nicht von der Gewerkschaft treiben, wo ich mich aufhalte; das entscheide ich abhängig von der Lage. Die haben meine Funktion nicht richtig kapiert und die werden das auch nicht mehr kapieren."

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Josef Schneider, hatte zuvor erklärt: "Die Kollegen in den Dienststellen werten die "Dienstreise" von Herrn Hetger als Zeichen, wie gering er ihre Arbeit auf der Straße heute Abend bewertet." Der richtige Platz des Landespolizeipräsidenten wäre im Lagezentrum des Innenministeriums. "Aber mit "Schnittchen" im VIP-Bereich ist der Abend sicher angenehmer zu verbringen als unter alkoholisierten Randalierern", sagte Schneider. Unter den Polizisten seien viele, die eigentlich frei hätten.

Hetger wies darauf hin, dass nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Basel Hundertschaften der baden-württembergischen Polizei im Einsatz seien. Die Basler Polizei rechnet damit, dass rund 100 bis 150 Hooligans versuchen werden, in die Stadt zu kommen. Klaus Mannhart, Sprecher der Basler Sicherheitsbehörde, geht jedoch davon aus, dass die meisten schon an der Landesgrenze abgefangen werden. Für den Abend wurden in der Rheinstadt noch einmal rund 100.000 Fußballfans erwartet. Die Mehrheit der auswärtigen Gäste wird aus Deutschland anreisen. Aber auch aus der Türkei selbst werden 3000 bis 5000 Fußballbegeisterte erwartet.
 

dpa/lsw