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Wilhelma

Affenhaus wird drei Millionen Euro teurer

Die Kosten für das neue Affenhaus steigen
Bild: Wilhelma

Wilhelma kämpft mit steigenden Kosten
 

Stuttgart - Weil die Kosten für das neue Menschenaffenhaus der Wilhelma inzwischen auf 16 Millionen Euro gestiegen sind, kann der Bau erst Anfang des Jahres 2009 beginnen. Früher als gedacht könnten dagegen wieder Löwen im Stuttgarter Zoo zu sehen sein.

Vermissen Sie die Löwen? Welche Tiere sollten in einem Zoo unbedingt zu sehen sein?
 
 


Es ist das wichtigste und größte von einigen Bauvorhaben, die die Wilhelma in den kommenden Jahren angehen will. Und eigentlich war der Herbst als Termin für den Baggerbiss fest eingeplant. Doch der Baubeginn des neuen Menschenaffenhauses verzögert sich laut Wilhelma-Chef Dieter Jauch um einige Monate. Grund dafür sind die gestiegenen Kosten für das Gehege, in dem später einmal acht Gorillas und zehn Bonobos unterkommen sollen. Statt der ursprünglich vorgesehenen 13 Millionen Euro rechnet der Zoo nun mit Kosten in Höhe von 16 Millionen Euro. Da das Land seinen Zuschuss von sieben Millionen Euro nicht erhöht, muss wohl der Freundeskreis der Wilhelma für die Mehrkosten aufkommen. Dies aber kostet wertvolle Zeit. Kostensenkungen bei Gestaltung oder Material seien in nennenswerter Höhe kaum mehr möglich.

Mit dem unansehnlichen Altbau für die Affen aus den 70er Jahren erklärt Jauch auch das mittelmäßige Abschneiden bei einem Zoovergleich des Magazins "Stern". Verzögere sich der Neubau weiter, sei hier eine Sanierung dringend notwendig. Wie berichtet war die Wilhelma bei dem Test nur auf dem 14. Platz gelandet. Am besten schnitten die beiden Berliner Zoos ab.

Früher als gedacht könnte dagegen nach dem Tod der beiden Berberlöwinnen Schiela und Elektra der König der Tiere wieder in die Wilhelma zurückkehren. "Wir wollen Löwen, aber sie brauchen ein großzügiges Gehege", sagt Jauch. Geplant ist deshalb die Umgestaltung des Raubtierhauses. "Darin sollen Leoparden, Löwen und Tiger aus Asien zu sehen sein, vielleicht auch eine Kleinkatze." Für den Umbau wäre laut Jauch etwa eine Million Euro notwendig. Je nach Verlauf des Geschäftsjahres und Zuwendungen des Freundeskreises könnte dies in etwa zwei Jahren über die Bühne gehen. Zunächst hatte es geheißen, in der Wilhelma werde es auf absehbare Zeit keine Löwen mehr geben. Bis zum Umbau soll das Tigermännchen das Gehege von Schiela und Elektra bewohnen und damit für entspanntere Verhältnisse beim Tigernachwuchs sorgen. Die beiden eingeschläferten Berberlöwinnen könnten dem Publikum übrigens erhalten bleiben. Das Rosensteinmuseum hat bestätigt, dass die tiefgefrorenen Kadaver von der Wilhelma gespendet werden. Sie könnten später einmal ausgestopft in der Ausstellung zu sehen sein.

Ganz im Zeitplan ist die Wilhelma laut Jauch mit der anvisierten Neugestaltung des Eingangsbereiches. Sie startet im Herbst. Im ersten Abschnitt des 1,8 Millionen Euro teuren und vom Land finanzierten Umbaus werden der unmittelbare Eingangsbereich mit Kassenhäuschen und Shop in Angriff genommen. Es wird weniger Schalter geben, dafür mehr Ticketautomaten. Später werden dann Toiletten im Außenbereich vor den Durchgängen installiert sowie ein zweiter Zugang vom Parkhaus hinter der maurischen Wand geschaffen. Zügiger passieren lassen wird sich der Einlass voraussichtlich im Frühjahr 2009.
 

Michael Gerster, StN

26.06.2008 - aktualisiert: 16.02.2009 11:15 Uhr

 


Lesermeinungen
28.06.2008 10:09
Autor: Aaron Z., ^12

Da die Wilhelma jetzt garkeine Löwen mehr hat, ist es eine tolle Sache, dass jetzt doch wieder welche kommen; und die dann auch noch im einem neuen Gehege. Super! Ich würde mir in der Wilhelma eine Lebendfütterung, wie ich es schon in anderen Zoos gesehen habe, wünschen. Dies ist ja auch für die Tiere besser, weil es den natürlichen Instinkt und die in freier Wildbahn gegebenen Lebensumstände unterstützt. Da für mich ein Löwe ganz zwingend zum Zoo gehört, freue ich mich ganz besonders auf das neue Mitglied in der Wilhelma.

 

27.06.2008 23:10
Autor: Daniela Ratzenberger

Ich fände es sehr schade wenn der Umbau des Großkatzenbereiches zu lange auf sich warten liese. Vielleicht ist ja sogar ein Beuteaufzug für die Geparden drin, wer weiss. Auch ein paar Scheiben und nicht ständig diese Gitter wären super.
Und ein so großer Zoo ohne Löwen ist sicherlich vor allem für die Kleinsten enttäuschend. Löwen zählen nunmal zu den beliebtesten Tieren. Der Löwe ist ein Wappentier Baden-Württembergs und der Zoo selbst liegt sogar am Löwentor, alleine das zeigt schon wie beliebt Löwen sind.

 

27.06.2008 13:18
Autor: Klaus Kurfess

Ohne Löwen in einem Zoo geht gar nichts. Nichts gegen Insekten, Fische und sonstige Kleinsäuger in einem Zoo. Mit Sicherheit sind diese Tiere aber nicht die Kassenmagneten. Welche Grosseltern oder Eltern können ihre Kinder bzw. Enkelkinder zu einem Wilhelmabesuch animieren unter Hinweis auf Kreuzotter oder Vogelspinne bzw. Bachforellen. Eine temporäre Ausnahme bildeten hier vielleicht Clownfische.

 

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