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Südderby

Der schwarze KSC-Block löst Randale aus

21.09.2008 - aktualisiert: 22.09.2008 15:51 Uhr

Stuttgart VfB Karlsruhe
Konfrontation am Zaun vor dem Stadion: Die Polizei versucht Randalierer im Zaum zu halten
Foto: Moritz

Kurz vor Spielende versuchen Chaoten VfB-Fans zu provozieren – 500 Polizisten im Einsatz
 

Stuttgart - Höchste Sicherheitsstufe im schwäbisch-badischen Derby: In der Partie am Sonntag steckte viel Zündstoff – und zum Schluss kam es zur Eskalation. Erst blies der schwarze Block aus Karlsruhe zum Angriff, die Polizei konnte nur mit Mühe die Fans trennen.

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Das Spiel war entschieden. 3:1 für den VfB. Drei Minuten zu spielen. Da wechselte der Karlsruher Fanblock in der Untertürkheimer Kurve die Farbe. Aus Blau wurde Schwarz, die Kapuzen wurden hochgezogen, Schals vors Gesicht gewickelt. Dann stürmten einige Dutzend zum Zaun, der sie von den VfB-Fans trennte. Bierbecher flogen. Dann marschierten Ordner auf, schließlich die Polizei, und trennten die Randalierer.

Dies gelang nur mit Mühe, und beim Abmarsch eskalierte die Lage vollends. Auf dem Stadiongelände wurde ein Sektorengrenzzaun niedergerissen. Die Polizeireiter gingen im Galopp dazwischen. Fans bewarfen sich beim Kunstturnforum über die Barrieren hinweg mit Bierbechern, abgerissenen Bauteilen und Rossbollen. Auch "Wolle" Emmert hatte alle Hände voll zu tun. Am Sonntag kümmerte er sich als Einsatzleiter der fünf Karlsruher Fanbetreuer um seine Klientel. Im schmalen Durchlass vom Stadion zur Benzstraße wurde er selbst zum Opfer – von einem Polizeipferd niedergeritten, erlitt er Verletzungen an der Schulter. "Diese Polizeiaktion ist völlig daneben, man kann doch nicht auf engstem Raum voll in die Leute reiten", schimpfte Emmert, der seit 25 Jahren in der Fanarbeit tätig ist.

Die Randale verlagerte sich nach Untertürkheim. Es entwickelte sich eine Verfolgungsjagd zwischen vermummten KSC-Anhängern, aufgerüsteten Einsatzkräften und gewaltbereiten VfB-Fans, die ebenfalls mitmischen wollten. VfB-Direktor Thomas Weyhing war frustriert. "Bis kurz vor Abpfiff war alles noch eine perfekte Veranstaltung", sagte er, "und jetzt das." Alles hatte gut angefangen. Nicht ruhig, aber friedlich.

Stunden zuvor hatte Fanbetreuer Emmert am Bahnhof Untertürkheim die Seinen genau im Blick. "Alles verdammt ruhig hier", hatte er noch gesagt, ehe sich der von der Polizei eskortierte Tross der KSC-Fans zum Stadion aufmachte. Überall zeigten sich die 500 Polizisten – und siebten die 55.000 Zuschauer. Die 5000 KSC-Fans mussten über die Benzstraße in die Untertürkheimer Kurve gehen. Die Anspannung war groß. Nicht schon wieder sollte es ein Sicherheitsdebakel geben wie am 23. Februar, als Leuchtraketen aus dem Karlsruher Fanblock auf den Platz flogen und Spieler gefährdeten, als Sitze und Toiletten beschädigt und 24 Krawallmacher festgenommen wurden.

So gut wie möglich sollten die Fans getrennt werden. Auf Sichtweite kam man sich trotzdem näher. Und tat kund, was man voneinander hält. Nichts. Die Karlsruher hatten sich neue blaue T-Shirts zugelegt: "Brustring zerschlagen, Stuttgart vernichten." Ein Motto, das manche in die Tat umsetzen wollten. Immerhin waren acht Rabauken bereits vor der Abfahrt in Karlsruhe festgenommen worden: Sie hatten Feuerwerkskörper im Gepäck. War’s für die Polizei bis kurz vor Abpfiff ein "überraschend ruhiger" Sonntag – so änderte sich das nach dem 3:1-Sieg grundlegend. Allerdings gab es nur wenige Festnahmen. Nach Angaben der Rettungsleitstelle gab es bei der Randale insgesamt 23 Verletzte. Fünf davon mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

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Frank Rothfuss und Wolf-Dieter Obst