Absichtlich Fehler eingebaut
Ermittlung gegen Daimler-Mitarbeiter
München - Wegen Korruptionsverdachts wird gegen drei Mitarbeiter des Mercedes-Werks in Sindelfingen ermittelt. Sie sollen in der Abteilung Qualitätssicherung absichtlich Neuwagen beschädigt haben, um einer Nacharbeitsfirma Aufträge zuzuschanzen. Ein Daimler-Sprecher bestätigte am Sonntag einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus".
Demnach wird den drei Beschäftigten vorgeworfen, sie hätten bei den Baureihen der C-, E- und S-Klasse Oberflächen zerkratzt, Schrauben und Schellen gelockert oder Flüssigkeiten in Bremsleitungen gespritzt. Als Gegenleistungen sollen sie teure Hotelaufenthalte, Reisen mit Musical-Besuch, Fußball-Saisonkarten, günstige Testautos oder Potenzmittel erhalten haben.
Der oberste Korruptionsermittler der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Andreas Thul, bezeichnete dies im "Focus" als "exotische Konstellation". Den Schaden ausbaden mussten dem Bericht zufolge die betroffenen Zulieferfirmen von Daimler.
AP
16.11.2008 - aktualisiert: 16.11.2008 20:04 Uhr