Caritas

Hilfe der Tafeln ist falsch

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18.12.2008 10:02
Autor: Heribert Schlensok

Der Soziale Mittagstisch hier in Hildesheim lädt Markus Günter ein, sich das Beratungsnetz rund um den Speisesaal anzuschauen. Die Sozalarbeiterinnen und Sozialarbeiter sind leicht zu erkennen und jederzeit ansprechbar. Der Leiter, Diakon Wilfried Otto, ist weit über Hildesheim hinaus bekannt. Die Kindertagesstätte ist einbezogen. Die Caritas in Hildesheim bietet in Kooperation mit dem Sozialen Mittagstisch ein innovatives Programm namens "Family fit" an, dass der Deutsche Caritasverband auf dem Katholikentag im Mai 2008 stolz präsentiert hat. Hier werden etwa, wenn es mit den Eltern nicht geht, sogar die ältesten Geschwister als Schuldner- oder Erziehungsberater ausgebildet. Kennen Sie das Motto: "Kein Vortrag ohne Kaffee, kein Kaffee ohne Vortrag"? In den 800 Tafeln in Deutschland gilt: "Keine Hilfe ohne das Angebot weiterführender Hilfe, keine weiterführende Hilfe ohne Maßnahmen gegen Hunger und Fehlernährung." Das ist nicht nur bei der Diakonie so, das macht die Caritas genauso. In Hildesheim sind ca. ein Drittel der Besucher Kinder - Tendenz steigend.



 

16.12.2008 01:35
Autor: Horst-Ekkehard Rautmann

Wenn man von der Caritas hört, dann denkt man sofort an etwas christliches.
Was hier gesagt wurde, hat sicherlich nichts mit einer christlichen Einstellung zu tun. Nur sollte man jetzt nicht gleich diese verwerflichen Äußerungen bzw. Denkensweise nicht auf die gesamte Organisation der Caritas ausweiten. Die katholische Kirche ist jetzt jedoch aufgerufen, hier zu handeln, sowie sich von diesen gemachten Äußerungen entsprechend zu distanzieren. Sollte die katholische Kirche nicht imstande sein, entsprechende personelle Änderungen herbeizuführen, dann muss eben die gesamte Kirche mit diesen Makel fertig werden. Gerechtigkeitshalber sollte man jedoch auch an verwerfliche Äußerungen von Mitgliedern der evangelischen Kirche an dieser Stelle erinnern dürfen. Kein Geringerer als Herr Huber, Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche in Deutschland hat sich vor längerer Zeit einmal öffentlich insoweit geäußert, dass bevor es zu staatlichen Hilfen kommt (hatte nichts mit Tafel zu tun) zuerst der Staatshaushalt saniert werden müsse, damit die späteren Generationen nicht auf einen unendlichen Schuldenberg sitzen müssen. Auch wenn man selbstverständlich nicht jetzt zu Lasten der kommenden Generationen leben möchte, kann man doch die derzeitigen Menschen nicht so einfach ihren Schicksal überlassen. Gerade die Kirche wäre doch dazu aufgerufen, sich auch um diese Menschen zu kümmern.
Die Feuerwehren lassen doch auch keine Häuser abbrennen, damit das benötigte Wasser den kommenden Generationen zur Verfügung stehen kann, und nicht bereits jetzt verbraucht wird. Auf diese Art und Weise läßt sich keine Generationsgerechtigkeit herstellen. Aufgrund der Agenda 2010, und somit die Hartz-Verordnungen ist es ja überhaupt erst dazu gekommen, dass immer mehr Menschen in Armut verfallen, und somit Hilfe benötigen, was sich jetzt seit schwarz-rot noch dramatisch erhöht hat. Im nächsten Jahr muss damit gerechnet werden, dass aufgrund der dramatischen wirtschaftlichen Situation, sich die Anzahl der Hilfesuchenden noch erheblich steigern wird. Hier wären insbesondere auch die Kirchen dazu aufgerufen, diesen Zustand tagtäglich bei der Regierung auf die Tagesordnung setzen zu lassen, bis dieser unerträgliche Zustand zu Gunsten dieser bedauernswerten und ausgegrenzten Menschen behoben ist, und wir dann keine Tafeln mehr benötigen, was derzeit wohl ein undenkbarer Wunschtraum bleiben wird, und wir im nächsten Jahr diese Einrichtungen in jedem Ort der Bundesrepublik Deutschland einrichten müssen, bzw. enorm vergrößern müssen.


 

15.12.2008 20:44
Autor: Udo Engelhardt

Die zitierten Positionen von Caritas und nak stehen auf sehr dünnem Eis und sind zum Teil scheinheilig. Als leitender Mitarbeiter eines Wohlfahrtsverbandes ist mir sehr wenig davon bekannt wie es den Verbänden gelingt Menschen aus der Not heraus zu führen. Trotz aller Arbeit, ist es den Verbänden auch nicht gelungen die Armut zu überwinden. Wir alle wissen das die Zahl der Menschen, die "überflüssig" sind, seit Jahren kontinuierlich steigt. Ebenso ist mir das Konzept der Verbände unbekannt mit dem den Menschen ihre Würde wiedergegeben wird. Zugegeben Tafeln sind nicht perfekt und ich unterstütze die Position das eine ergänzende Sozialberatung sehr hilfreich für die Tafelkunden sein kann. Aus jahrelanger Erfahrung weiß ich aber auch das diese Menschen oftmals sehr dankbar für ein offenes Ohr und ein Lächeln ohne Vorurteile sind. Da ist es egal ob das Ohr einem Tafelhelfer oder einem Mitarbeiter der Caritas gehört. Hier wird ein Konflikt konstruiert hinter dem ich handfeste Interessen der Caritas vermute.
Drum, bitte nicht anderen vorhalten wozu man selber nur schwerlich in der Lage ist.


 

15.12.2008 19:29
Autor: Hans Bauer

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Interesse habe ich den Bericht über die Tafelläden gelesen, vor allem hat mich die Kritik der Caritas verwundert. Wir haben in Mühlacker jetzt bald seit zwei Jahren einen gutgehenden Tafelladen. Über 300 Berechtigte können dort einkaufen. Die Kritik verstehe ich überhaupt nicht. Das ist eigentlich eine Verhöhnung der vielen ehrenamtlichen Helfer, der Berechtigten und auch der Mitarbeiterinnen, die aus beruflichen Gründen dort mitarbeiten. In Mühlacker war schon immer das Ziel, nicht nur die Möglichkeiten zum billigen Einkaufen, sondern auch die Menschen im Blick zu haben, die in den Tafelladen kommen. Zu meinen der Staat solle erst seinen sozialen Aufgaben nachkommen bevor so etwas eingerichtet wird, stimmt so einfach nicht. Der Staat macht nicht mehr oder weniger, ob es den Tafelladen gibt oder nicht. Entscheident ist doch, daß es zunehmend Menschen gibt, die mit dem zur Verfügung stehenden Geld nicht weiter kommen. Das wird sich auch in nächster Zeit nicht ändern. Der große Diakoniker, Gustav Werner, hat vor hundertfünfzig Jahren nicht gefragt, ob der Staat verwahrloste Kinder versorgen muß oder nicht. Er hat einfach angefangen , Kinder bei sich aufzunehmen weil diese gefährdet waren. Und damit eine wegweisende Arbeit begonnen, die heute noch ihre Berechtigung hat.

Die Caritas macht sich es sehr einfach. Nach dem Staat zu rufen ist immer populär. Derweil zieht sich die Caritas aus dem ländlichen Raum immer mehr zurück, und konzentriert seine Arbeit in den Städten, z.B. Pforzheim und Ludwigsburg. Zum Glück gibt es dazwischen noch die Diakonie. Wenn nach einem Jahr Tafelladenarbeit eine Mutter feststellen kann, dass sie dadurch, dass sie dort einkaufen kann Geld für andere wichtige Sachen übrig hat , dann hat sich die Einrichtung schon gelohnt. Nur nach dem Staat zurufen ist nicht der richtige Ansatz. Vor Ort müssen die Menschen die Möglichkeit haben, gehört zu werden. Mit der Einrichtung des Tafelladens ist damit eine gute Arbeit zum Wohle der Menschen eingeleitet worden.

Hans Bauer


 

15.12.2008 14:20
Autor: Ursula Zeeb

Journalistisch miserabel-weil auf falschen Zitaten basierend soll dieser Artikel wohl nur vom eigentlich politischen Skandal ablenken:Milliarden für Banken, die mit faulen Krediten Geschäfte gmacht haben, Milliarden für die Autoindustrie, die wegen verpennter Entwicklungen nun Marktprobleme hat aber keine Idee und keine Mittel für Menschen, die in schwierigen Lebenssituationen nur eines wollen, Arbeit, die ihnen den Lebensunterhalt sichert und die weil ihnen dies versagt bleibt auf Tafeln angewiesen sind um ein einigermaßen erträgliches Leben zu führen.


 

14.12.2008 22:18
Autor: Sibylle Reinke

Lieber Herr Huber, offensichtlich hat die fehlende Hochschulbildung Sie vor dem Schlimmsten bewahrt.
Die Katholische Kirche ist eine der reichsten Institutionen der Welt und dann nimmt die Caritas spenden an? Warum? Um Leuten die Moeglichkeit zu geben gutes Karma anzuhaeufen? Paradox.


 

14.12.2008 16:15
Autor: Franz Huber

Sicherlich, die Ursache der Armut wird durch die Essensausgebe nicht bekämpft, aber es hilft gegen Hunger. Ist das was schlechtes? Durch Schmerztabletten werden auch nicht die Ursachen der Schmerzen, sondern nur die Symptome bekämpft, sollen sie deshalb sinnlos sein?
Wie kann man nur so kaltherzig sein. Vielleicht denke ich zu einfältig. Schließlich habe ich weder Abitur noch Hochschulbildung.


 

14.12.2008 08:23
Autor: stefan dorschner

Ab jetzt werde ich nicht mehr caritas spenden sondern werde versuchen den tafeln meine unterstützung zukommen zu lassen. es ist beschämend für eine der nächstenliebe verpflichteten organisation, im kampf um vorweihnachtliche spenden "konkurrenten" auf diese art ausstechen zu wollen. vermutlich will die caritas damit nur von den eigenen fehlern in der vergangenheit ablenken.
VIELEN DANK DEN FREIWILLIGEN DER TAFELN


 

14.12.2008 03:44
Autor: Sibylle Reinke

Dass ausgerechnet eine katholische Organisation, die nur einen Tropfen auf dem heissen Stein an Hilfe bietet damit die zweitklassigen Wilden in ihrem Platz bleiben, ist frech und ironisch. In manchen Dritte Welt Laendern, wie Sri Lanka und Bangladesch, bietet die Katholische Kirche ein Kopfgeld von fuenfzig Amerikanischen Dollarn fuer das erfolgreiche Werben von neuen Mitgliedern. Uebergetretene ehemalige Heiden koennen Ihren Kindern durch Vetternwirtschaft eine bessere Schulbildung und ein paar Chancen bieten. Ist das der richtige Ansatz?


 

13.12.2008 21:23
Autor: Rainer Daeschler

"Die Tafeln versuchten, die Armut zu lindern, nicht aber ihre Ursachen zu bekämpfen." Den Anspruch der Ursachenbekämpung haben die Tafeln nie erhoben, oder sollen Schmerzmittel jetzt abgeschafft werden, weil sie die Auswirkungen von Verletzung und Krankheit nur lindern, aber selber keine Heilung bewirken?


 


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