Hamburg - An der neuen Staffel von "Germanys Next Topmodel" bei Pro Sieben darf Sophia Thomalla (19) nicht teilnehmen: Chefjurorin Heidi Klum schickte die Schauspielerin und Tochter der "Tatort"-Kommissarin Simone Thomalla beim Casting wieder nach Hause - trotz Traummaßen von 89-60-88.
Frau Thomalla, was wollen Sie eigentlich - ein berühmtes Topmodel wie Heidi Klum werden oder eine berühmte Schauspielerin wie Ihre Mutter?
Zurzeit weder noch. "Germanys Next Topmodel" wäre für mich eine persönliche Herausforderung gewesen, ich hätte gerne meine Grenzen erfahren. Und natürlich arbeite ich auch weiterhin an meiner Schauspielerkarriere. Ob nun berühmt oder nicht - ich möchte mit guter Arbeit überzeugen.
Schließt eine ernsthaft betriebene Schauspielkarriere einen Model-Wettbewerb nicht aus?Auch eine Modelkarriere kann ernsthaft sein. Das war aber nicht der Grund, mich zu bewerben, denn ich verdiene ja mit Modeln bereits Geld, um mir auch ein gutes Schauspielcoaching leisten zu können.
Pro Sieben hat Sie vom Wettbewerb ausgeschlossen, weil Sie den 37-jährigen Juror Peyman Amin gut kennen. Haben Sie Verständnis für die Entscheidung des Senders?Ich hatte bereits am Castingtag in Düsseldorf damit abgeschlossen. Ich hatte im Vorfeld der Bewerbung nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich Peyman kenne. Man hätte mich also rechtzeitig darauf hinweisen können, dass es Schwierigkeiten mit einer neutralen Bewertung meiner Person geben könnte.
Ihre Schauspielkarriere läuft dafür umso besser. In der ARD sind Sie heute bereits zum fünften Mal als Tochter des eigenwilligen "Commissario Laurenti" zu sehen.Ja, so langsam wird's was. Dieses Mal darf ich viel mehr als nur durchs Bild huschen.
Töchter wissen im Allgemeinen sehr gut, was die Väter schwach werden lässt. Mit Müttern ist das schon schwieriger. Wer war bei Ihnen zu Hause strenger?(lacht) Die Mutter natürlich. Die weiß immer, was gut ist fürs Kind. Der Papa reagiert doch eher gefühlsgesteuert.
Sie und Ihre Mutter Simone Thomalla haben die letzten Jahre im Hause von Rudi Assauer gelebt. Der Gelsenkirchener Fußball-Manager ist ja ein bekennender Chauvi. Hat er sich in Ihre Erziehung eingemischt, als Sie noch ein bisschen jünger waren?Nein, mein leiblicher Vater lebt ja noch. Rudi war für mich zwar so etwas wie eine Vaterfigur, aber er hat nie versucht, meinen Vater zu ersetzen. Das hätten wir Frauen auch nicht zugelassen (lacht wieder).
Ist Ihr Filmvater, Proteo-Laurenti-Darsteller Henry Hübchen, jemand, den Sie bewundern?Er ist eine große Respektperson für mich. Ein Mann mit einer unglaublichen Erfahrung als Schauspieler. Jeden Ratschlag und Tipp, den er mir gibt, nehme ich mir hundertprozentig zu Herzen.
Ihre Filmmutter in "Commissario Laurenti" ist Barbara Rudnik, die vor ein paar Monaten ihre schwere Krebserkrankung öffentlich gemacht hat. Wie haben Sie sie am Filmset in Italien erlebt?Gelassen und wie immer sehr kollegial. Ich habe mich anfangs ein bisschen unwohl in meiner Haut gefühlt, weil ich in meinem jungen Leben mit dem Thema schwere Krankheit noch niemals konfrontiert worden bin. Insofern wusste ich erst nicht, wie ich damit umgehen sollte. Aber Barbara war sehr taff, hat allen versichert, dass sie sich gut fühle und freue, wieder bei uns zu sein.
In einer Szene von der neusten Folge "Totentanz" müssen Sie sich gegen einen brutalen Schläger und Vergewaltiger wehren. Waren die Dreharbeiten schwierig?Sicher, weil ich gottlob so eine Notlage persönlich noch nie erlebt habe. Diese Situation habe ich mir vor dem Dreh erst lange durch den Kopf gehen lassen. Dann habe ich mich darauf vorbereitet.
Wie?Psychisch durch Gespräche und Überlegungen, wie ich selbst reagieren würde, wenn jemand über mich herfällt. Die physische Vorbereitung war gezieltes Training. Das war nicht ganz so schwer, weil ich körperlich ziemlich fit bin, seit ich vor über zwei Jahren mit Kickboxen angefangen habe. Ich will einfach in der Lage sein, mich wehren zu können.
Sollte Sie wirklich jemand bedrohen, hätten sie einen, der Sie rächt?(grinst) Einen? Mehrere! Mein Vater ganz sicher. Und meine Mutter würde sich bestimmt auch dazwischenschmeißen, bevor mir was passiert. Und auch Rache üben.
"Commissario Laurenti - Totentanz", ARD, 20.15 Uhr