Bundestags-Mehrheit
Stuttgart – In dem monatelangen Streit um die Behandlung von schwerstabhängigen Drogensüchtigen mit künstlich hergestelltem Heroin zeichnet sich überraschend eine Lösung ab. Nach Informationen unserer Zeitung werden die Bundestags-Fraktionen von CDU und SPD bei diesem umstrittenen Thema den Fraktionszwang aufheben und dürfen damit unterschiedlich abstimmen. "Die SPD hat sich aus der Koalitionsdisziplin verabschiedet", bestätigte die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-CSU-Bundestagsfraktion, Annette Widmann-Mauz, am Donnerstag unserer Zeitung. Damit ist der Weg frei für eine parlamentarische Mehrheit von SPD, FDP, Grünen und Linkspartei. Das Vier-Parteien-Bündnis hat deshalb jetzt einen Gruppenantrag im Bundestag gestellt. Er sieht vor, dass das künstlich hergestellte Heroin, also Diamorphin, zum verschreibungsfähigen Medikament wird, das es auf Krankenschein gibt. Der Stoff soll nur an schwerstabhängige Süchtige verabreicht werden, die mindestens 23 Jahre alt sind, zwei erfolglose Therapien hinter sich haben und mit anderen Methoden nicht behandelbar sind. Die Kosten für die Behandlung durch die Ärzte und das Medikament sollen von den Krankenkassen getragen werden. 15.01.2009 - aktualisiert: 15.01.2009 18:35 Uhr