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Buddy Holly

"Der Tag, an dem die Musik starb"

Buddy Holly (1936 - 1959)
Foto: AP

Vor 50 Jahren starb Buddy Holly bei einem Flugzeugabsturz - Seine Musik war Inspiration für die Beatles, die Rolling Stones und viele andere Musiker
 

Don McLean verewigte Buddy Holly 1972 in seinem Jahrhundertsong "American Pie", ein Musical erinnerte bis um den 40. Todestag herum die nächsten Generationen an den Rock'n'Roll-Pionier. Inzwischen ist es 50 Jahre her, dass ein Kleinflugzeug am 3. Februar im US-Staat Iowa abstürzte und Holly in den Tod riss. "We'll Always Remember Buddy Holly" sang Mike Berry Anfang der 60er Jahre in seinem Hit "Tribute To Buddy Holly" - gilt das immer noch?

Die Rolling Stones haben ihre Version von Hollys "Not Fade Away" mit zunehmendem Alter immer trotziger gespielt - und in der Tat sind es meist Musiker ihrer Generation, die am nachhaltigsten von Hollys Gespür für wirkungsvolle Melodien, die richtigen drei Akkordwechsel und einen treibenden Rhythmus geprägt wurden. Aber diese Generation prägte ihrerseits nachhaltig die Popkultur, und so geht Hollys Einfluss etwa über die Beatles bis heute zumindest mittelbar in das Songwriting ein - auch wenn Don McLean den 3. Februar 1959 zum "Tag, an dem die Musik starb" erklärte und sich diese Zeile zusammen mit "American Pie" urheberrechtlich besonders schützen ließ.

Buddy Holly war im Winter 1959 zusammen mit zwei weiteren aufstrebenden Musikern, Ritchie Valens und The Big Bopper, auf einer Tournee im Mittleren Westen der USA. Zwischen den Auftritten mussten per Bus Hunderte von Meilen gefahren werden, mehrmals blieben sie im Schnee stecken. Holly, 22 Jahre alt, hatte gerade mit Hits wie "Peggy Sue", "That'll Be The Day" und "Rave On" das Fundament für eine ganz große Karriere gelegt. Valens, noch keine 18, stand mit der Single "Donna" (mit "La Bamba" als B-Seite) vor dem Durchbruch.

Es war Holly, der nach dem Auftritt in Clear Lake/Indiana vom Busfahren die Nase voll hatte und ein Kleinflugzeug, eine Beechcraft Bonanza, charterte. Sein Schlagzeuger auf der "Winter Dance Party", Carl Bunch, fiel an dem Abend aus, weil er Frostbeulen am Fuß hatte. Eigentlich sollte Bassist Waylon Jennings mitfliegen. Aber der trat seinen Sitz an The Big Bopper alias Jay Perry Richardson ab, der mit "Chantilly Lace" seinen Beitrag zur Rockgeschichte geleistet hat. Hollys Gitarrist Tom Allsup loste mit Valens, die beiden warfen eine Münze. Und so wurde Valens zum dritten Passagier. Zehn Kilometer nach dem Start in Richtung Fargo stürzte das Kleinflugzeug bei schlechtem Wetter ab. Alle Insassen kamen ums Leben.

Zu Lebzeiten nur drei Langspielplatten veröffentlicht

Neben den Single-Hits veröffentlichte Holly zu Lebzeiten nur drei Langspielplatten: "The Chirping Crickets" mit seiner Band, den Crickets (1957), und zwei Soloalben, "Buddy Holly" und "Early In The Morning" (1958). Sein letzter Hit wurde posthum veröffentlicht und hieß ironischerweise "It Doesn't Matter Anymore".

Der am 7. September 1936 in Lubbock/Texas geborene Charles Hardin Holley - das "e" in seinem Nachnamen verschwand versehentlich in einem Vertrag - verband als einer der ersten Blues- und Gospeleinflüsse mit Rockabilly und ließ den Beat in einer Weise durchschlagen, dass die Beatles ihn einfach zu ihrem Idol machen mussten. Paul McCartney war es auch, der 1973 die Rechte an allen Holly-Kompositionen erwarb und dafür sorgte, dass Vermarktungsexzesse mit simplen Probenmitschnitten seltener wurden. Diese kommerziell erfolgreichen Overdub-Produktionen wirkten laut "Rolling Stone" so, "als hätte ein Einbalsamierer das Gesicht eines verstümmelten Unfallopfers wiederhergerichtet".

Zur Ironie der Popgeschichte gehört auch, dass alle großen Plattenfirmen Buddy Holly nicht unter Vertrag nehmen wollten. Holly und die Crickets kamen nur mit Beziehungen bei einem Sublabel von Decca, Coral, unter. Dessen Chef Bob Thiele nahm Holly dann noch als Solokünstler unter Vertrag: "That'll Be The Day" erschien bei Coral, Cricket-Platten bei dem Decca-Sublabel Brunswick.

Karrierestart mit "Buddy Holly"

Holly, der Rock'n'Roller mit der Hornbrille, hatte mit seinem eigenartigen Gesangsstil - manchmal als "Schluckauf-Intonation" bezeichnet - großen Einfluss auf Beatles, Byrds, Bob Dylan und viele andere. The Grateful Dead spielten "Not Fade Away" in ihrer langen Konzertkarriere 530 mal - nur sechs Songs wurden von ihnen noch häufiger präsentiert. 1969 erschien zum zehnten Todestag das Album "The Buddy Holly Story", 1979 wurde der gleichnamige Film ein Erfolg und 1989 wurde in Port Arthur/Texas ein Denkmal mit Standbildern von Holly, Valens und Big Bopper enthüllt.

1990 trat von London aus das Musical "Buddy" einen Siegeszug um die Welt über den New Yorker Broadway bis nach Sydney und Hamburg an. Die US-Rockband Weezer startete 1994 mit der Single "Buddy Holly" und die Ärzte fragten sich schon 1985, was mit Buddy Hollys Brille geschah. Und Bruce Springsteen erklärte 1978 in einem Interview: "Ich spiele Buddy Holly jeden Abend, bevor ich auftrete - das lässt mich ehrlich bleiben."

Zum Anschauen: Peggy Sue (Live in New York 1958)


 

Uwe Käding, AP

30.01.2009 - aktualisiert: 05.02.2009 16:38 Uhr

 



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