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CD-Veröffentlichung

"Die wichtigste Band dieses Jahrtausends"

29.01.2009 - aktualisiert: 05.02.2009 16:38 Uhr

Die Rückkehr des Britpop und des Pathetischen: Glasvegas aus Schottland sind die Band der Stunde
 

Glasgow - "What's the story morning glory", heißt es in "It's My Own Cheating Heart That Makes Me Cry". Ein feiner Schachzug und eine geschickte Referenzklauberei der Band Glasvegas. Schließlich erinnert bei dem Debüt der Schotten viel an Oasis, von denen sie die Zeile geliehen haben.Glasvegas sind das, was Oasis im Jahr 1994 waren: "The next big thing", das nächste große Ding, von dem alle sprachen. Parallelen zwischen den Bands sind natürlich nicht von der Hand zu weisen: Das britische Musikmagazin NME ernannte die schottischen Rocker von Glasvegas nach nur einer einzigen Veröffentlichung schon zur "wichtigsten Band des neuen Jahrtausends". Entdeckt wurden Glasvegas von dem ehemaligen Musikmogul Alan McGee, der - wie kann es anders sein - natürlich auch Oasis damals unter Vertrag nahm. Und Caroline McKay - die Schlagzeugerin von Glasvegas - wurde jüngst zum zehntcoolsten Musikmenschen des Jahres gekürt. Gleich hinter dem Oasis-Großmaul Liam Gallagher.

Der pathetische Sound, der Hang zu großen musikalischen Gesten ist auch die ureigene Form, die Glasvegas praktizieren. Die Band ist gut im Stibitzen. Den schottischen Akzent haben sie zwar selbst beigesteuert, ansonsten bedienen sie sich allerdings ausgiebig an den Bands, die die Prä-Britpop-Ära an die Kreidefelsen von Dover gespült hat. Irgendwo zwischen The Jesus And Mary Chain und My Bloody Valentine, zwischen Ride und Oasis kann man den Sound lokalisieren, getunt und aufgemotzt für das Jahr 2009.

Das Debütalbum, das jetzt endlich auch in Deutschland erscheint, wurde schon im vergangenen September in England veröffentlicht. An Platz eins in den britischen Charts konnte nur Metallica rütteln. Und alle interessierten Musikhörer hierzulande haben sich natürlich schon längst die Songs via Myspace angehört, das Album über Import gekauft. Im Dezember spielten Glasvegas ihre ersten Konzerte in Deutschland in ausverkauften Hallen. Und alle sangen mit.

Die Fans erfreuen sich über neue Songs im bekannten Gewand. Jene besagte Prä-Britpop-Ära wird da genauso verwurstelt wie Beethovens Mondscheinsonate in "Stabbed", einem Song über die Messerattacken, die Großbritannien erschütterten. James Allan - der Frontmann mit der Rockabilly-Tolle - seufzt und leidet sich durch die zehn Songs des selbst betitelten Debüts, auf dem die Gitarren rauschen, das Feedback dröhnt. Es gibt Menschen, die Glasvegas lieben. Anderen ist die Band einfach furchtbar egal. Nur dazwischen, da gibt es nichts.

Das Glasvegas-Debütalbum (Columbia/SonyBMG) erscheint am Freitag, 30. Januar; im Februar kommt die Band für zwei Konzerte nach Deutschland: am 27. nach München und am 28. nach Heidelberg, Tickets unter 0 18 05 /85 36 53

www.glasvegas.net
 

Anja Wasserbäch