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Uwe Ochsenknecht

"Fieslinge machen einfach mehr Spaß"

15.02.2009 - aktualisiert: 15.02.2009 18:03 Uhr

Stuttgart - Uwe Ochsenknecht hat ein Faible für schräge Typen. In seinem neuen Film "Schade um das schöne Geld" spielt er einen fiesen Fischfabrikanten .

Herr Ochsenknecht, in Ihrem neuen Film geht es um einen Lotto-Gewinn. Was würden Sie mit ein paar Milliönchen machen?

Auf jeden Fall nicht in Aktien investieren (lacht). Eher schon in Stein und Mauern.

Ein Ferrari oder eine Luxusyacht könnten Sie nicht reizen?

So was brauche ich nicht. Ich komme aus einfachen Verhältnissen, das hat mich geprägt. Für mich ist es schon Luxus, mal kurzfristig in den Urlaub zu fahren oder schön essen zu gehen - wenn ich in solchen Fällen nicht überlegen muss, ob ich mir das leisten kann, dann reicht mir das schon.

Sie spielen in ihrem neuen Film einen fiesen Fischfabrikanten, kürzlich waren Sie als charakterlich fragwürdiger Chef einer Schuhfirma zu sehen. Was reizt Sie an solchen Rollen?

Fieslinge machen einfach Spaß. Die Guten sind langweilig glatt gebügelt, bieten wenig Angriffsfläche.

Mit Kultregisseur Lars Becker, der die Lotto-Komödie inszeniert hat, haben Sie schon öfter zusammengearbeitet. Was macht er anders als andere Regisseure?

Ihm gelingt es, trotz verschlechterter Bedingungen Qualität abzuliefern. Er hat selbst viel Spaß beim Drehen, und das überträgt sich natürlich auf die Schauspieler.

Das war ja mit Ihnen, Armin Rohde, Ingo Naujoks, Christian Ulmen, Heike Makatsch und Cosma Shiva Hagen eine lustige Bande.

In der Tat, das hat Spaß gemacht. Wir haben alle einen tollen Beruf und sind erfolgreich damit. Darüber spricht man auch am Drehort, da heißt es dann: Eigentlich haben wir doch einen geilen Job, sind gute Kumpels, spielen schön zusammen, haben jede Menge Spaß und werden gut bezahlt dafür.

Wie steht es um die Qualität im TV? Sie haben Marcel Reich-Ranicki recht gegeben und gesagt, das deutsche Fernsehen sei unter aller Kanone.

Und dazu stehe ich nach wie vor, es geht meistens nur noch um Quote. Es gibt zum Glück immer noch Leute, die auf Qualität bedacht sind - Lars Becker ist doch das beste Beispiel dafür.
 

Martin Weber