Stuttgart - Der Tor-ero ist von gestern. Seinen Treffer gegen Dortmund feierte Mario Gomez mit ausgebreiteten Armen, die an einen Energy-Drink erinnerten, der Flügel verleihen soll. Ein Zufall? Wohl kaum. Offenbar ist der Stürmer des VfB Stuttgart ein Spielball der Interessen seiner Berater.
Im Spiel gegen den BVB öffnete der 23-Jährige beim Torjubel eine imaginäre Dose, deutete einen Schluck an und machte Flügelschläge mit den Armen. Die offensichtliche Werbebotschaft des dreisten Flügel-Spiels kam an: Red Bull lässt grüßen.
Der Fall ist dubios. Und er wirft Fragen nach dem Selbstverständnis von Fußballprofis und den Machenschaften ihrer Berater auf. Uli Ferber, der Gomez vertritt, verweist an seinen neuen Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. "Das war in keinster Weise Werbung", sagt der frühere Sportsponsoring-Chef von Puma und versichert: "Mario hat keinen Vertrag mit Red Bull. Uns wundert diese Geschichte selbst."
Dabei ist Gomez' Nähe zu dem Hersteller des Taurin-haltigen Muntermachers offensichtlich. Vor Wochen versah "Sportbild" eine Story mit einem Foto, auf dem der Torjäger mit einer Red-Bull-Dose abgebildet war. Zudem steht auf der Homepage des Softdrink-Herstellers ein verräterisches Interview. Überschrift: "Welcome Mario Gomez: Der Torero ist jetzt ein Bulle."
So erklären sich die Flügelschläge wie von allein. Doch die Frage drängt sich auf: Ist das die richtige Art, um Geschäfte abzuwickeln oder zumindest anzubahnen? Mintzlaff windet sich, dann räumt er ein: "Mario ist ein Freund des Hauses Red Bull."
Der VfB jedenfalls ist hellhörig geworden. "Die Spieler müssen alle Werbeverträge vom Verein genehmigen lassen", sagt Schneider, "wenn es eine Zusammenarbeit gibt, müssen wir davon wissen."
Immerhin: Vom DFB hat Gomez nichts zu befürchten. "Der Kontrollausschuss wird kein Ermittlungsverfahren einleiten", erklärte Pressesprecher Klaus Koltzenburg.