Drucken

Pocher geht zu Sat.1

Schmidt will "politischer und schärfer" werden

01.04.2009 - aktualisiert: 01.04.2009 19:42 Uhr

Harald Schmidt
Harald Schmidt
Foto: ARD
STN ExklusivStuttgart/Köln - Mit Oliver Pocher ist nun Schluss - künftig macht Harald Schmidt in der ARD alleine weiter. Seine neue Sendung, die am 17. September startet, soll "politischer und schärfer" werden. Pocher hat das Angebot der ARD ausgeschlagen und geht zurück zum Privatfernsehen.

Was sagen Sie zum Aus der Sendung?
###

Donnerstags nach den „Tagesthemen“, 22.45 Uhr: Nach dem Ende von „Schmidt & Pocher“ darf der Ältere der beiden öffentlich-rechtlichen Hofnarren den angestammten Sendeplatz behalten, wie ARD-Sprecher Burchard Roever am Mittwoch unserer Zeitung bestätigte. Das neue Late-Night-Format wird jedoch verkürzt. Die Sendelänge beträgt künftig 45 statt bisher 60 Minuten. Bereits zehn Tage vor der Bundestagswahl soll es losgehen.

Von dem neuen Sendeformat verspricht sich das Erste „mehr Schärfe“ und „mehr politische Satire“. Aber auch Themen aus dem Boulevard werde es geben. Harald Schmidt soll mit seiner Schlagfertigkeit bei aktuellen Ereignissen zu seinen „ureigenen Stärken“ zurückkehren. Der 51-Jährige werde sich an US-Moderator Jon Stewart orientieren, der in seiner „Daily Show“, einer Satire-Nachrichtensendung, aktuelle Tagespolitik aufgreift und die führenden Politiker des Landes zu sich einlädt. „Dennoch wird die neue Schmidt-Sendung nicht zu einer Verlängerung der ,Tagesthemen‘“, versicherte Roever. Noch werde an dem Konzept gearbeitet, ein Name für die Sendung stehe noch nicht fest. Wird Harald Schmidt auch künftig einen Sidekick, einen Stichwortgeber, vor der Kamera an seiner Seite haben? Der ARD-Sprecher will dies nicht ausschließen, entschieden sei aber noch nichts. Roever: „Sicher jedoch ist, dass es keine Doppelmoderation mehr gibt.“

Großes Interesse hatte die ARD auch an Oliver Pocher. So sollen die Programmdirektoren des Ersten ihm eine Personality-Show angeboten haben, die mittwochs nach den „Tagesthemen“ hätte laufen können. Doch am Mittwoch wurde selbst die ARD von Pochers Plänen kalt erwischt, wie unsere Zeitung erfuhr. Der 31-Jährige wechselt im Herbst zu Sat1. Er soll eine wöchentliche Late-Night-Show übernehmen und einzelne Ereignisse für den Privatsender präsentieren, sagte Sat-1-Pressesprecherin Diana Schardt.

Pocher sagte laut Sender: „Mein Verjüngungsauftrag bei der ARD ist vorerst erfüllt, jetzt kann ich mich auf neue Aufgaben konzentrieren.“ WDR-Intendantin Monika Piel bedauerte Pochers Entschluss: „Wir hätten ihn gerne an die ARD gebunden. Für seine Entscheidung habe ich dennoch Verständnis, da wir mit den Konditionen, die Sat1 ihm bietet, nicht mithalten können.“

Auch Harald Schmidt schmiedet außerhalb der ARD weitere Pläne: Als Ensemblemitglied des Staatstheaters Stuttgart wird er am 16. Mai in einem Theaterstück von René Pollesch Premiere feiern, das einen markanten Titel trägt: „Wenn die Schauspieler mal einen freien Abend haben wollen, übernimmt Hedley Lamarr.“ Darüber hinaus arbeitet Schmidt nach seinem Elvis-Liederabend und seinem Hamlet-Musical an einer weiteren Produktion für seine Stuttgarter Lieblingsbühne. Aber erst am 19. Mai will er Einzelheiten darüber verraten.
 

Uwe Bogen


Lesermeinungen
12.05.2009 20:55
Autor: Andre K.

Zwar kenne ich Schmidt (und Andrack) nur noch aus dem Internet (YouTube), doch schienen diese zwei mir besser als S. und Pocher (ich mag P.s Stil einfach nicht). Schmidt allein wird meiner Prognose nach wohl ein Medium von beidem sein. Ich bin gespannt, freue mich aber noch nicht. Auch wenn er etwas ernster und politscher werden könnte, es wird ja immer auf den Humor hinausführen. Hoffentlich werde ich mehr lachen können als zu S.u.P.-Zeiten, wenn schon nicht über allgemeine Übel im Leben, dann über die Übel, die uns Politiker bescheren (mehr unüberlegt als absichtlich).

 

06.04.2009 17:48
Autor: Wolfgang Schatz

Pocher geht zu SAT-1. Da soll er man
auch hingehen, da gehört er hin. Schmidt
war alleine immer am besten. Aber eines
muß man auch sagen: Die Menschen sind
heute so extrem oberflächlich und gedank- enlos geworden, daß sich Schmidts Thema eigentlich überlebt und erledigt hat. Man sieht das immer öfter z. B. bei "Neues aus der Anstalt" bei Schramm. Die ernst- haftesten politischen Themen, und was
machen die Leute? Grinsen, lachen lauthals,
und amüsieren sich königlich. Ist so etwas
das erste Anzeichen von beginnender
Dekadenz?

 

03.04.2009 13:36
Autor: Helga Fritzsch

Gottlob ist endlich Schluss mit der gemeinsamen Sendung dieser unterschiedlichen Typen. Pocher soll dorthin gehen, wo er hinpasst. Sein Agieren "unterhalb der Gürtellinie" ist nicht vereinbar mit dem Stil von Schmidt. Ich freue mich schon auf die neue Schmidt-Sendung im Herbst!

 

Weitere Meinungen lesen