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Pocher dreht "Alarm für Cobra 11"

Olli, lach mal!

Foto: dpa

Köln - Kaum durchzieht die stinkende Qualmwolke den Vorplatz zum Eingang des Kölner Messegeländes, gibt es die ersten Verluste. "Diesen Quatsch mache ich nicht mit. Ich hau' ab."

Hustend und schimpfend entfernt sich die Frau vom Ort des Geschehens. In Panik ist sie ob der angeblich giftigen Wolke nicht. Sie weiß, dass die in der Nähe geparkten Wagen des Bundesamtes für Seuchenschutz, der Polizei und der Feuerwehr ebenso wie sie selbst nur Beiwerk sind. Die Frau ist Komparsin. Sie spielt mit in der RTL-Serie "Alarm für Cobra 11".

Eigentlich hätte sie sich einreihen sollen in eine Menschenmenge, die in Lebensgefahr schwebt. Sie zieht aber den schnellen Abgang noch vor Drehschluss vor. Das hätte die Mehrzahl der ungefähr 40 Journalisten auch gerne getan. Sie sind von der Produktionsfirma eingeladen, Teile des letzten Drehtages in der Messe mitzuerleben. Um darüber zu berichten. Anlässe dazu gibt es in der Tat reichlich. Die Serie ist erfolgreich. Gedreht wird die 200. Folge, die zugleich die Pilotsendung für die 15. Staffel sein wird. Und es spielt ein Mann als Gaststar mit, der derzeit in aller Munde ist: Oliver Pocher, der demnächst mit seinem Soloprogramm "Gefährliches Halbwissen" auch in Stuttgart zu Gast ist.

Leider sind die Toms, Jans, Paulas und Sebastians am Set zwar an den Berichten brennend interessiert, haben sie doch einen nicht zu unterschätzenden Werbecharakter für die Serie, aber nicht so sehr an den Medienvertretern selbst. Die werden als höchst störend empfunden. Der Produktionsleiter macht aus seiner Abneigung auch keinen Hehl. Die Anwesenheit der schreibenden, fotografierenden und filmenden Kollegen kommentiert er mit einem Kraftausdruck.

Über eine Stunde lang lässt man die Journalisten im wahrsten Wortsinn im Regen stehen. Fotos? Später. Fragen? Später. Zusehen bei den Dreharbeiten? Ja, aber bitte von da ganz hinten. "Aber seid ruhig." Das ist nicht ganz so schlimm, denn es passiert ohnehin nichts Spektakuläres. Mehrmals wird eine Szene wiederholt, in der ein paar Männer um einen Wagen herumlaufen. Ende. Und Oliver Pocher? Wartet zunächst etwas abseits des Drehs in einem schwarzen Van mit abgedunkelten Scheiben. Plötzlich kommt doch Bewegung in die Szenerie.

Der Produktionsleiter treibt die Leute auseinander, winkt dem Van. Der rollt heran. Die Tür schwingt auf. Eine Maskenbildnerin darf als Erste näher treten. Hektisches Getupfe mit einer Puderquaste ins Wageninnere. Wahrscheinlich in ein vor neugierigen Blicken geschütztes Gesicht. Dann berührt ein Fuß den Boden. Er gehört zu Oliver Pocher. Foto-Shooting. "Olli hier hin, Olli zu mir, Olli lach mal!" Jetzt vielleicht ein paar Fragen? Später. Es wird noch eine Szene gedreht. In der hat wohl Pocher mitgespielt. Zu erkennen ist nichts. Dann, als fast schon niemand mehr damit gerechnet hat, ruft ein RTL-Kommunikator: "Geht alle rein. Wir machen jetzt eine Pressekonferenz." Bevor es losgeht, noch eine Ermahnung. "Bitte keine Fragen an Herrn Pocher zu Sat 1."

Also fragt niemand nach der Late-Night-Show, die Pocher demnächst beim RTL-Konkurrenzsender präsentieren wird. Nach wenigen Minuten ist die Gesprächsrunde beendet. Dann sind Einzelfragen an Oliver Pocher erlaubt. Nur für die Journalisten, die vorher ein Interview angemeldet haben. Der Pressesprecher weist die Wissbegierigen darauf hin, dass alle Statements von Oliver Pocher gegengelesen und autorisiert werden müssen, bevor sie gedruckt werden dürfen. Das verschlägt der Autorin endgültig die Sprache, und sie fragt nichts mehr.

Ach ja. Worum geht es bei der 200. Folge von "Alarm für Cobra 11"? Oliver Pocher spielt den verrückten, aber liebenswerten Verschwörungstheoretiker Oliver Sturm. Er hilft den Kommissaren Semir Gerkan (Erdogan Atalay) und Ben Jäger (Tom Beck) dabei, ein tödliches Virus zu vernichten, das während einer internationalen Messeveranstaltung in Köln von Mitgliedern einer japanischen Sekte freigesetzt worden ist. Es gibt nur eine Rettung: Die Messe muss gesprengt werden. Durch die dabei entstehende Hitze wird das Virus vernichtet. Drei Tage lang wird auf dem Kölner Messegelände gedreht. Weitere Drehorte sind unter anderem Belgien und der Düsseldorfer Medienhafen. Ausgestrahlt wird die Sendung in Spielfilmlänge im Herbst.
 

Monika Salchert

08.04.2009 - aktualisiert: 08.04.2009 19:30 Uhr

 



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