
Stuttgart - Sabine Spitz fordert im Kampf gegen Doping mehr Unterstützung von der Politik. „Es wäre mein Wunsch, dass Dopingvergehen strafrechtlich verfolgt werden können“, sagte die Mountainbike-Olympiasieger im Interview mit den „Stuttgarter Nachrichten“.
„Ein Anti-Doping-Gesetz brauchen wir nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Doping ist ein globales Problem.“ Keinerlei Verständnis hat Spitz für den Fußball-Weltverband Fifa, der eine Lockerung der Doping-Meldepflicht für seine Profis fordert: „Es wäre absolut nicht nachvollziehbar, wenn hier mit zweierlei Maß gemessen wird.
Spitz: Auch im Fußball kann man sich mit Doping Vorteile verschaffen. Es darf keinen Doping-Urlaub geben“, sagte die 37-Jährige aus Murg-Niederhof, „die Fifa sitzt auf einem sehr hohen Ross, wenn sie denkt, sie brauche das Dopingproblem nicht ernst zu nehmen. In jeder Sportart gibt es Substanzen, mit denen sich ein Vorteil verschaffen läst – auch im Fußball.“
Als „erschreckend“ bezeichnete Spitz das Vorhaben der spanischen Regierung, Dopingtests in Spanien zwischen 23 Uhr und 8 Uhr zu verbieten: „Da wird der Anti-Doping-Kampf politisch untergraben.“ Zudem liegen Spitz laut eigener Aussage Informationen vor, nach denen Athleten in Spanien zwei Tage vorher darüber informiert worden sind, dass bei ihnen eine Trainingskontrolle ansteht: „Es wird interessant zu sehen, wie viele Athleten in nächster Zeit nach Spanien übersiedeln.“
Spitz, die 2008 in Peking das olympische Mountainbike-Rennen gewann, legt großen Wert auf die Feststellung, dass sie ihre Siege sauber errungen hat: „Mit Doping würde ich nicht nur meine Gegner, meine Fans, meine Familie betrügen – sondern auch mich selbst. Ich weiß: Ein Sieg, den ich durch Betrug erreicht habe, ist für mich wertlos.“