01.09.2009 09:04
Autor: D.J.
Ja, die Frauen haben das gute Recht, diesen Beruf auszuüben und womöglich auch keine Alternative. Trotzdem halte ich das 'Flatrate'-Prinzip in diesem Zusammenhang für menschenunwürdig. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in anderen Branchen werden gesetzlich gegen viel geringeren 'Unannehmlichkeiten' geschützt!
30.07.2009 14:29
Autor: Susanne Hagemann
Angesichts der vielfach anzutreffenden Tendenz, Begriffe wie „Moral“ usw. konsequent als „Sexualmoral“ und folglich „prüde“ misszuverstehen, zudem Prostitution schlicht als promiskuitives Verhalten darzustellen und in einer Linie mit Homosexualität, Transsexualität usw. zu sehen, ist offensichtlich eine Richtigstellung nötig: Prostitution, also Freiertum/Zuhälterei hat NICHTS mit promiskuitiver Sexualität zu tun, weil auf der Seite der beteiligten Frau KEINE LUST existiert. Es handelt sich um einseitige Männerbedienung in der Tradition der Unterordnung unter Männer im Patriarchat, das leider noch nicht überwunden ist. Bei der Bekämpfung von Freiertum/Zuhälterei geht es also NICHT um Sexualmoral, sondern um den Kampf gegen eine Schlüsselinstitution des Patriarchats, ca. 5000 Jahre alt. Erst sehr viel später, im Zuge der Verfolgung jeglicher Abweichung von der kirchlich definierten Sexualmoral, wurden vor allem sich prostituierende Frauen verfolgt und die Existenz des Systems Prostitution zumeist einseitig ihnen als „laszive Verführerinnen“ zugeschrieben. Hier findet sich die einzige Gemeinsamkeit von Homo- und Transsexualität mit dem System Prostitution: Die Phase des Verfolgtwerdens. Während also völlig folgerichtig Trans- und Homosexualität inzwischen in einer fortschrittlichen Gesellschaft weitgehend anerkannt sind (trotz gewisser Mängel, u.a. die immer noch weitgehende Gleichsetzung von homosexuell mit „schwul“ und somit Ignoranz weiblicher Homosexualität, s. Mahnmal), ist es vollständig absurd, ein Gewaltsystem, in dem die Frau zum Gegenstand zum sexuellen Missbrauch durch einen Mann degradiert wird, zu verharmlosen und rhetorisch über Arbeitsmarktbegriffe an die Neuzeit zu adaptieren - ein krasser Etikettenschwindel und absolut ahistorisch.
In diesem Zusammenhang sei auch noch verwiesen auf die Schädlichkeit von pseudowissenschaftlichen Beiträgen à la Wikipedia, die den Zusammenhang mit Weltkriegen, Wirtschaftskrisen und der üblichen Zunahme von Elendsprostitution in solchen Phasen unterschlagen bei der Behauptung, letztlich hätte feministisches Eingreifen die Situation von Prostituierten in Groß Britannien verschlimmert. Und: Als ginge es bei der benannten Verschlimmerung nicht ganz konkret um MÄNNERGEWALT, begangen von Freiern und Zuhältern. Diesen grotesken Unsinn dann auch noch süffisant mit der plakativen Behauptung zu versehen, es seien „ironischerweise“ die Ehemänner und sonstigen männlichen Angehörigen der Feministinnen gewesen, die Frauen im Rahmen des Systems Prostitution missbrauchen, zeugt von einer „Geistes“-Haltung, die an der „Wissenschaftlichkeit“ des Wikipedia-Artikels zweifeln lässt.
Ermutigend finde ich, dass sich in dieser ganzen Diskussion durchaus auch Männer kritisch in Bezug auf Freiertum zu Wort melden.
30.07.2009 12:12
Bin für das Verbot.
27.07.2009 17:06
Autor: Hagenguth
Ich bin für die Schließung solcher Bordelle
25.07.2009 12:53
Autor: Ellen Bauer
ich bin für die Schließung des Bordells
24.07.2009 21:51
Autor: Strizzi
bin selber schon mehr als 15 jahre in diesem gewerbe als kellner , geschäftsführer und seit 2 jahren selbstständig.
ich schwöre ihnen allen auf das leben meines kleinen sohnes, dass mir kein einziger fall bekannt ist , dass eine der damen gezwungen wurde. früher vieleicht mal, aber heutzutage eher nur ganz selten.
und nur weil es hier ein paar discohuren gibt die sich für ein paar colabacardi flachlegen und nicht zum arzt gehen jede woche, sollen die, die es offiziell machen, jetzt dafür büssen ???
lasst sie doch !!! es ist im moment einfach eine finanzielle kriese...wie überall. alles wird billiger.
hab schon kunden erlebt die gesagt haben dass es ihnen zu teuer ist und sie in die disco gehen, denn da finden sie auch was billiges.
sieht so aus als ob hier einige der discomädels um ihren F... fürchten.
lasst doch die damen ihre arbeit machen und kümmert euch doch um eure angelegenheiten...
wenn das alle probleme sind die ihr habt, dann möcht ich die gerne haben.
ich persönlich finde die idee mit der flatrate sehr gut (schade das die mir nicht eingefallen ist).
PS: jetzt verdienen die mädels endlich wieder etwas.
noch was ... mir sind auch schon aus meinem club davongelaufen, weil kein geld mehr zu verdien ist.
und wo sind sie hin gelaufen ???
zu flatrate...soviel zu "werden gezwunge" und "sklaverei"
24.07.2009 10:56
Autor: Politik Südwescht
Nun haben wir also ein neues Sommerlochthema: Bordelle mit Pauschalpreis. Landauf, landab ereifern sich gedruckte und elektronische Medien und die Politik von rechts bis links über die angebliche „Menschenverachtung“. Doch was passiert eigentlich? Da bieten Prostituierte ihre Dienste an - alles in Ordnung. Sie tun es in einem Bordell - kein Problem. Aber sie tun es zu einem Pauschalpreis - das ist natürlich der Untergang des Abendlandes.
* Wenn hier Menschenhandel betrieben wird, muß das nicht nur abgestellt, sondern auch angemessen hart bestraft werden. Aber nicht nur in diesem Etablissement, sondern auch in allen anderen, in der Landwirtschaft, in der Baubranche und überall.
* Wenn die Angestellten zu Dumpinglöhnen arbeiten müssen, muß dies bekämpft werden - nicht nur hier, sondern auch bei Lidl, Kik, Pin und allen anderen Ausbeutern in Einzelhandel, Bewachungsgewerbe und anderen Branchen. Von seinem Einkommen muß man leben können, egal wo es verdient wird.
* Wenn Angestellte oder Kunden bespitzelt werden, sollte das unterbunden und die Verantwortlichen gefeuert und bestraft werden, bei Bahn, Telekom, Post, Daimler, Lidl, allen anderen Großen Brüdern und - wo das stattfindet - natürlich auch im Bordell.
All dies ist hier offensichtlich nicht der Fall: Die Angestellten arbeiten freiwillig hier und werden anständig bezahlt. So eine Tätigkeit liegt nicht jedem, aber wer so etwas tun will, sollte nicht daran gehindert werden.
Wenn also weder die Tätigkeit als solche noch der Ort der Ausübung das Problem darstellt, sondern nur der Pauschaltarif, dann muß folglich jeder Pauschaltarif menschenverachtend sein:
Viele Telefon- und Internettarife, die Saisonkarte fürs Freibad, die Jahreskarte für die Bibliothek, das Museum oder die Landesgartenschau, der Monatsbeitrag für das Stöhnen und Schwitzen im Fitneß-Studio und - ja, ich geb's zu: auch ich habe einen Verbundpaß. Überall gilt: Einmal zahlen, beliebig oft kommen. Jetzt bin ich also seit vielen Jahren ein menschenverachtender Ausbeuter, der VVS ist mein Zuhälter und die armen Lokführer und Busfahrer sind wahrscheinlich hilflose Opfer des internationalen Menschenhandels aus Moldawien, denen man hier den Paß abgenommen hat. Ich selbst biete Internetdienstleistungen zum jährlichen Pauschalpreis an. Bin ich deswegen ein Opfer des menschenverachtenden Internets?
Apropos Opfer: Wenn die Angestellten in Presse- und Fernsehbeiträgen als „Opfer“ bezeichnet werden, dann ist das - vorsichtig ausgedrückt - suggestiv und tendenziös. In vielen Köpfen scheint einfach immer noch nicht angekommen zu sein, daß Prostitution ein Beruf ist wie viele andere auch, den man sich frei aussuchen kann, der mal mehr, mal weniger Spaß macht, in dem man mehr oder weniger Erfolg haben kann und in dem hier und da auch mal etwas schiefläuft - so wie in vielen anderen Branchen auch. Es ist Zeit, die gesellschaftliche Stigmatisierung endlich aufzugeben. Bei den Homosexuellen und unverheirateten Paaren (früher abschätzig „Wilde Ehe“ genannt) haben wir es doch auch geschafft. Die beiden größten Städte Deutschlands werden von Schwulen regiert, und niemand regt sich darüber auf (... und das ist auch gut so!). Hätte man sich das vor 40 Jahren vorstellen können? „Leben und leben lassen“ - das sollte der Leitspruch einer freien und aufgeklärten Gesellschaft sein, nicht spießbürgerliche Intoleranz und Überwachungsstaat. Das Prostitutionsgesetz der rot-grünen Bundesregierung war hier ein großer Fortschritt: So können die Prostituierten ihre Bezahlung jetzt einklagen und haben Anspruch auf Zugang zur Krankenversicherung. (Daß durch die Agenda 2010 Millionen Menschen in die Armut getrieben und gezwungen werden, zu Hungerlöhnen zu arbeiten, ist dagegen der wirkliche Skandal.)
Wenn es den Autoren der Beiträge in Hörfunk, Fernsehen und Presse und den zahlreichen Politikern und empörten Bürgern wirklich darum ginge, so etwas zu verhindern, würden sie nicht mit ihren teils hysterischen Aktionen und Beiträgen auch noch Werbung dafür machen: Ich wäre ohne die dauernde Berichterstattung niemals darauf aufmerksam geworden, und vielen anderen wird es wohl genauso gegangen sein. Falls das heuchlerische Kesseltreiben so weitergehen sollte, überlege ich mir vielleicht doch, aus Solidarität mit den Beschäftigten zum ersten Mal im Leben in ein Bordell zu gehen, bevor das Geschäftsmodell wieder verboten wird.
Ohnehin halte ich ein Verbot mit der Berufsfreiheit nach Art. 12 GG für unvereinbar, und ich hoffe, daß die Moralapostel mit ihrem Anliegen scheitern werden.
23.07.2009 21:41
Autor: Dr. Brigitte Streich
Flatrate Bordelle scheinen mir eine Erscheinung neuerer Formen der Versklavung vor allem osteuropäischer Frauen zu sein - dem ist entschieden entgegen zu treten, selbst wenn die Frauen davon finanziell profitieren.
22.07.2009 09:41
Autor: Elly
Jedes Bordell, daß seine angestellten Frauen wie Menschen zweiter Klasse behandelt oder gar wie in Fellbach die Frauen als Ware deklariert und gar einen Vergleich zur Flatrate bei Alkohol sucht ist das Letzte. Dass hierüber auch noch abgestimmt werden muß finde ich niederschmetternd. Mann bekommt fast den Eindruck, als würde sich unsere Gesellschaft nur noch kriechend am Boden bewegen. Fressen, Saufen, Fi... . Da freut man sich geradezu auf die Zukunft:((((
21.07.2009 13:37
Autor: Marc
Einladung zur Bordellführung
Pressemitteilung
„Schluss mit dem Kesseltreiben“ –
Flatrate-Prostituierte gehen an die Öffentlichkeit
Mit einer zeitgleich in der ‚Süddeutschen Zeitung’ und der ‚Frankfurter Rundschau’ geschalteten Anzeige „Schluss mit dem Kesseltreiben – Kein Verbot von Bordellen / ob mit oder ohne Flatrate“ wenden sich am morgigen Dienstag mehr als 70 in Flatrate-Bordellen tätige Frauen aus Fellbach/Stuttgart zusammen mit der Prostituiertenorganisation Doña Carmen e.V. (Frankfurt/Main) an die Öffentlichkeit.
Die Frauen und Doña Carmen wenden sich gemeinsam gegen eine frauen- und prostitutionsfeindliche Politik, bei der Flatrate-Bordelle von interessierter Seite herausgepickt werden, um auf diesem Wege eine Rückabwicklung des (ohnehin unzureichenden) Prostitutionsgesetzes von 2002 einzuleiten.
Die Frauen kritisieren, dass über ihre Köpfe hinweg mittels Verboten und geplanter Strafrechtsverschärfungen ihre Existenz vernichtet werden soll. Sie fordern ein Ende bürokratischer Bevormundung, den Verzicht auf rassistische Klischees („unbedarfte Frauen“) und den Respekt ihres Selbstbestimmungsrechts.
Sie laden den baden-württembergischen Innenminister Herrn Rech, den Oberbürger-meister von Fellbach, Herrn Palm (MdL, CDU), sowie weitere gegen sie agierende Prostitutionsgegner, aber auch profilierte Befürworter/innen der Legalisierung von Prostitution Anfang September zu einer Bordellführung in den Pussy Club Fellbach mit anschließender öffentlicher Podiumsdiskussion ein.
Doña Carmen unterstützt den Kampf der Frauen um ihre Arbeitsplätze. Was menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Prostitution sind, kann und darf nicht ohne und gegen die betroffenen Frauen verhandelt werden. Deswegen setzen wir auf Dialog und Transparenz und verurteilen bürokratische Winkelzüge und eine diskriminierende Verbotspolitik auf dem Rücken der Frauen. Wir fordern Rechte und Respekt, statt einer rückwärtsgewandten Anti-Prostitutionspolitik!
http://www.donacarmen.de/?p=275