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Kommentar

Unbedeutend

16.07.2009 - aktualisiert: 16.07.2009 20:56 Uhr

"Ich mache, was ich will mit meinem Leben." Mit dem Satz verteidigt Anina ihre Arbeit im Fellbacher Pussy-Club. Für die 27-jährige Prostituierte mag der Satz seine Bedeutung haben. Doch in der aktuellen Auseinandersetzung um das Flatrate-Bordell spielt das Bekenntnis der Rumänin keine Rolle. Es ist überhaupt nicht relevant, inwieweit sich die junge Frau sexuell ausnutzen lassen will. Entscheidend ist vielmehr, ob das Flatrate-Bordell den Ansprüchen des Rechtsstaats genügt. Dem scheint nicht so.

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Der Justizminister und der Innenminister von Baden-Württemberg bezweifeln, dass die Flatrate - bei der ein Freier pauschal 70 oder 100 Euro bezahlt und dafür sexuelle Dienstleistungen aller Frauen im Club beliebig oft und in jeder erwünschten Spielart nutzen darf - rechtlich zulässig ist. Zweifel bestehen beim Pussy-Club vor allem hinsichtlich des Arbeitsrechts, des Polizei- und des Steuerrechts.

Für Verstöße verantwortlich wären der Club, aber auch die Frauen, die dort als selbstständige Subunternehmerinnen beschäftigt sind. Hier besteht freilich ein Knackpunkt: Steht es Anina nicht frei, sich selbst schamlos auszubeuten? Darf sich eine Frau, die ihre eigene Chefin ist, nicht so weit erniedrigen, wie sie will? Sie darf, muss man leider sagen.

Die Flatrate werde in Baden-Württemberg "kein langes Leben" haben, verspricht der Justizminister. Juristisch ist die Sache aber noch nicht abschließend geklärt. Unter moralischen Gesichtspunkten ist ein Urteil einfacher: Die Flatrate ist unmenschlich, weil sie einer Prostituierten das letzte bisschen Würde nimmt - nämlich selbst mit dem Freier auf Augenhöhe auszuhandeln, was ihr Körper kostet, und was sie damit macht. Anina mag das anders sehen. Das ist bitter, für sie.
 

Michael Isenberg


Lesermeinungen
28.07.2009 16:24
Autor: Ishtar

Gut so!!!
Endlich hat die Politik reagiert!
Ich glaube nicht,daß die Arbeit dort für die Frauen ok war:
Es wurde verdrängt,sie wurden bedroht und eingeschüchtert und fürchten wohl auch um die Familie daheim.
Außerdem sind Flatrate- Bordelle nicht nur unvereinbar mit der Menschenwürde,ich frage mich,wie deutsche Prostituierte,die hier leben und hier ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen weiterhin ihren Job ausüben können,wenn sich solche unwürdigen Dumpinglöhne durchsetzen?Ausländische Prostituierte bleiben oft nur gewisse Zeit hier und in ihrer Heimat haben sie dann viel Geld,selbst wenn sie sich mit 20 Euro pro Abend abspeisen lassen.
Prostitution ist für Körper und Seele einer JEDEN Frau eine sehr große Belastung.
Da sollte dann wenigstens der Lohn stimmen,darunter verstehe ich:
Frau kann selbst bestimmen wie lange und ob überhaupt sie täglich arbeiten will,mit wem sie was wie lange macht und wenn sie mit 4-5 Kunden Sex hatte,sollte sie auch mindestens 200 Euro verdient haben,die ihre sind.
Alles andere ist Ausbeutung.
Doch die wahren Übeltäter sind für mich die Kunden,die in solche Flatrate-Bordelle gehen.Schämt Euch,Männer!

 

27.07.2009 22:01
Autor: elfe

es geht doch darum, dass nun auch sex im flat-rate ist....... dass ist doch das ende der absoluten maßlosigkeit! es ist mir völlig egal, wer wie,wo,was freiwillig in diesem club macht! mir geht es um das, was damach kommt! was kommt nach flat-rate-sex! viele möglichkeiten gibt es nicht mehr!
und: was bedeutet sexualität denn dann bzw. jetzt noch? für mich persönlich ist dies die maßlosigkeit unserer gesellschaft, die unseren jugendlichen keinen rahmen mehr gibt, sondern nur einen sch... vorlebt, der den untergang jeglichen anstandes in den mülleimer kippt!

 

18.07.2009 12:32
Autor: Geniales Marketing

Einen hab' ich natürlich vergessen.
Den Betreiber des Etablissements: Kostenlose Werbung.
Schon mal ausgerechnet wieviel der durch die redaktionellen Beiträge - inklusive Online-Fotostrecke - an Anzeigenhonoraren gespart hat?

 

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