Crailsheim
Leiter des Ordnungsamts begeht Suizid
21.07.2009 - aktualisiert: 22.07.2009 08:24 Uhr
Crailsheim - Die Stadt Crailsheim im Kreis Schwäbisch Hall kommt nicht zur Ruhe: Nachdem vor einigen Wochen aus dem Ordnungsamt zur Verschrottung vorgesehene Waffen gestohlen wurden, hat sich nun der Leiter des Ordnungsamts das Leben genommen. Er wurde am Dienstagnachmittag von der Polizei tot in einem Gartengrundstück bei Jagstheim aufgefunden. Die Polizei geht davon aus, dass er sich mit einer Pistole erschossen hat. Ein Fremdeinwirken lag den ersten Ermittlungen zufolge nicht vor.
Der Amtsleiter stand wegen des Verdachts der Korruption unter Beschuss. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen im Ostalbkreis überprüfte noch am Dienstag die Beschuldigungen gegen den Rathausmitarbeiter im Zusammenhang mit dem traditionellen Volksfest. Zuvor war am Wochenende bei zwei Lokalzeitungen, einer Fraktion des Crailsheimer Stadtrates und der Staatsanwaltschaft Schwäbisch Hall ein mehrseitiges anonymes Schreiben mit den Vorwürfen eingegangen.
Unter anderem sei darin von hohen Geldsummen und kostspieligen Geschenken die Rede, berichtet die "Südwest Presse". Der Absender des Schreibens soll nach Zeitungsangaben eine frei erfundene Organisation mit dem Namen "Vereinigung gesetzestreuer und unbestechlicher Schausteller und Marktkaufleute Deutschlands" sein.
Zuvor hatte Oberbürgermeister Andreas Raab (CDU) für Wirbel in der Stadtverwaltung gesorgt, als er nach dem Diebstahl von elf Waffen aus dem Rathaustresor zurücktrat. Ein Mitarbeiter hatte geschlampt und vergessen, die Zahlenkombination zurückzudrehen. Der 53-jährige Raab hatte zuvor mehrmals angedeutet, dass er das kommunalpolitische Klima in Crailsheim als unerträglich empfindet. Es sei von Misstrauen und Pauschalverdächtigungen geprägt.
gp/lsw