Julian Schuster vom SC Freiburg im Zweikampf gegen Sami Khedira Foto: Baumann
Freiburg - Fußball-Bundesligist SC Freiburg denkt über den Bau eines neuen Stadions nach. Als möglicher Standort ist auch der Europapark im gut 35 Kilometer entfernten Rust im Gespräch. "Im Vergleich zu anderen Vereinen ist die wirtschaftliche Lage bei uns nicht konkurrenzfähig. Und damit stellt sich für uns die Frage, irgendwo ein neues Stadion zu bauen - sei es im Stadtteil Rieselfeld oder beim Europapark Rust", sagte der SC-Vorsitzende Achim Stocker am Mittwoch. "Wir haben bereits vorgefühlt, ob da vielleicht etwas gehen würde."
Hintergrund dieses Vorstoßes ist, dass der SC Freiburg einen Stadionneubau nicht allein finanzieren könnte. Der Verein wäre auf öffentliche Gelder oder private Investoren angewiesen. Der Europapark Rust ist bereits Premiumsponsor des Vereins. Nach Angaben der "Badischen Zeitung" erwägen beide Seiten, in einem Gewerbegebiet in der Nähe des Freizeitparks ein Stadion für 30.000 bis 35.000 Zuschauer zu bauen. In der fußballlosen Zeit könnten dort Konzerte stattfinden. Ein Stadionneubau ist laut Stocker aber erst in fünf bis zehn Jahren ein Thema.
Die Stadt Freiburg kritisiert die Überlegungen des Vereins, vielleicht künftig in Rust zu spielen. Oberbürgermeister Dieter Salomon warnte in der "Badischen Zeitung" vor einem "Ausverkauf des Freiburger Fußballs". Der SC-Vorsitzende Stocker, der ebenfalls als Skeptiker eines Standortwechsels gilt, betonte jedoch gegenüber der dpa, dass "wir uns noch in keinster Weise gebunden haben". Im Herbst möchte der Verein eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die mögliche Standorte und Modelle prüfen soll.
Das frühere Dreisam- und heutige Badenova-Stadion, in dem die Freiburger seit 1954 ihre Heimspiele austragen, hat aus Sicht des Vereins einige gravierende Nachteile. Es ist mit einem Fassungsvermögen von 24.000 Zuschauer das zweitkleinste der Bundesliga und bietet kaum Platz für gewinnbringende Business-Logen. Außerdem ist die Parkplatzkapazität gering, bei der An- und Abfahrt der Besucher kommt es ständig zu Staus. "Das kann man eigentlich Fans und Anwohnern nicht mehr zumuten", sagte der 2. Vorsitzende des SC, Fritz Keller.