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Trendsport Bier-Pong

Spiel - Pflatsch - und Sieg!

Becher, Bier und ein Tischtennisball: Pascal D. zeigt, wie man Bierpong spielt
Foto: StN

Stuttgart - Bier-Pong heißt der Trend, bei dem auf einer Tischtennisplatte in jedem Feld zehn Papp- oder Plastikbecher in Kegelformation aufgestellt und mit Bier gefüllt werden. Das Ziel ist es, mit einem Tischtennisball in die Becher des Gegenübers zu treffen. Der Ball wird entweder direkt oder mit einem Aufsetzer per Hand auf die andere Seite befördert. Jede Mannschaft besteht aus zwei Spielern und hat jeweils zwei Versuche. Trifft ein Spieler, muss der Gegner das Bier austrinken. Gewonnen hat das Team, das als erstes in alle Becher eingelocht hat.

Dass das gar nicht so einfach ist, zeigt sich daran, dass sich eine Partie bis zu einer Stunde hinziehen kann. Vor allem, wenn die Zielgenauigkeit der Mitspieler nach mehreren Durchgängen zu wünschen übrig lässt. "Präzision ist alles in dem Sport", sagt Pascal D. aus Stuttgart, der in seiner Freizeit leidenschaftlich Bier-Pong spielt. Der 20-Jährige ist überzeugt, dass "geübte Zocker mit Darterfahrung klar im Vorteil sind".

Seinen Ursprung hat das Spiel in den USA. Dort ist aus einer anfänglichen Jux-Idee mittlerweile eine professionelle Sportart geworden: Teams aus allen Teilen des Landes tragen Turniere aus, die mit bis zu 50000 Dollar (umgerechnet 35000 Euro) Preisgeld dotiert sind. Vom Dachverband der "World Series of Beer Pong" gibt es ein offizielles Regelwerk. Zudem bieten zahlreiche Hersteller exklusives Profi-Equipment an, etwa Spezialbälle oder Tischtennisplatten mit den Originalmaßen aus dem Reglement.

Auch die Medien haben den Hype um Bierbecher und Tischtennisbälle entdeckt: Das auflagenstarke US-Nachrichtenmagazin "Time" widmete dem kuriosen Spiel eine eigene Geschichte. Auch der Fernsehsender CNBC berichtete unlängst über das Phänomen. Der Titel des süffisanten Beitrags war: "Arbeitslos? Gelangweilt? Geld verdienen mit Bier Pong!". Seitdem ist das Spiel in den Staaten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Doch nicht jeder teilt die Euphorie um die Funsportart. Aufgebrachte Eltern in den USA wettern gegen Bier-Pong: Die spielerische Anmutung sei ein Deckmantel für Alkoholexzesse, so ihre Kritik. Die renommierte Georgetown University im Bundesstaat Washington reagierte und verbannte das Spiel vergangenen Herbst von ihrem Campus.

Die Frage lautet: Trinkspiel oder Sport? "Es ist ein Sport für die Leber", scherzt Pascal D. Die Kritik hält er für überzogen. Er weiß, ungeachtet der Kontroverse finden sich auch in Deutschland immer mehr Bier-Pong-Fans. Für sie gehört das Spiel zu Partys wie Popcorn zum Kinobesuch. "Auch Frauen, die das Treiben zunächst etwas skeptisch beäugen, machen mit", sagt der 20-Jährige. Er ist sich sicher: "Bier-Pong wird auch in Deutschland bald Kultstatus haben."

www.youtube.com/watch?v=8oIZ9bZoi3c
 

Adrian Lobe

02.09.2009 - aktualisiert: 02.09.2009 19:11 Uhr

 



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