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Neues Forschungszentrum

Bosch baut auf Bundeswehrgelände

03.09.2009 - aktualisiert: 03.09.2009 18:11 Uhr

Gelände für Bosch-Forschungszentrum, Günter Oettinger links, Franz Fehrenbach, Franz Josef Jung
Bosch-Chef Fehrenbach (Mitte) zeigt Ministerpräsident Oettinger (li.) und Verteidigungsminister Jung, was das Unternehmen in Renningen-Malmsheim vorhat
Foto: Kern
Renningen - Renningen wird nun doch neuer Bosch-Standort. Der Konzern will hier seine Forschungsabteilungen in einem Zentrum mit 1500 Mitarbeitern konzentrieren. Eine Vereinbarung dazu hat das Unternehmen am Donnerstag mit Bund und Land getroffen. Die Bundeswehr muss den Flugplatz Malmsheim hergeben.

Die Verhandlungen zogen sich Monate lang hin. "Alle mussten sich bewegen, sogar strecken bis an die Grenze der Zumutbarkeit", sagte Ministerpräsident Günther Oettinger am Donnerstag im Renninger Rathaus. Er unterschrieb wie Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung und Bosch-Chef Franz Fehrenbach ein Grundlagenpapier, auf das sich die Verhandlungspartner noch geeinigt haben.

Demnach kann der Automobilzulieferer zunächst 40 der insgesamt circa 95 Hektar des Segelflugplatzes in Renningen-Malmsheim kaufen, das der Bund unter anderem für das in Calw stationierte Kommando Spezialkräfte (KSK) nutzt. Bosch will an dem neuen Standort im Kreis Böblingen die Abteilungen der Grundlagenforschung aus Gerlingen, Schwieberdingen und Waiblingen mit rund 1100 Mitarbeitern zusammenziehen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen etwa 32.000 Mitarbeiter in den Bereichen Forschung und Entwicklung. 3,9 Milliarden Euro gab es 2008 dafür aus.

Die Kosten für das Forschungszentrum schätzt Bosch auf 160 Millionen Euro. Auch in der Krise müsse in die Innovationskraft des Unternehmens investiert werden, betont Fehrenbach. Das könne sich Bosch leisten. Aber nur, so der Konzern-Chef, "weil wir im laufenden Geschäft sparen und so unsere Liquidität erhalten".

Was der Grund und Boden für das Forschungszentrum kostet, darüber schweigen sich Fehrenbach und seine Vertragspartner aus. Mitte nächsten Jahres wird der Konzern die ersten beiden Grundstücke kaufen und seine Planungen für den Standort, der für 1500 Mitarbeiter ausgerichtet werden soll, konkretisieren.

Das Land kauft das gesamte Gelände. Während Bosch im Norden und im Süden des Areals die ersten Grundstücke übernimmt, bleibt das Mittelstück erst einmal Eigentum des Landes. Die etwa 55 Hektar große Fläche mit Start- und Landebahn darf die Bundeswehr weiterhin nutzen. Aber höchstens bis ins Jahr 2029. Spätestens dann muss das Land für die Elitesoldaten aus Calw ein neues Trainingsgelände für Fallschirmsprünge gefunden haben. Das Unternehmen wird dann die restlichen 55 Hektar kaufen: "Das ist Grundvoraussetzung für ein weiteres Wachstum von Bosch", betont Fehrenbach.

Bosch muss sich außerdem mit den weiteren Nutzern des Segelfluggeländes über das Zusammenleben einigen. Dazu gehören der Autobauer Mercedes-Benz, der die Betonpiste für Testfahrten nutzt, und vier Segelflugvereine, deren Mitglieder seit mehr als 50 Jahren auf dem Flugplatz ihrem Hobby nachgehen können. "Es soll niemand rausgedrängt werden", erklärt Bosch-Sprecher Henrik Hannemann.
 

Birgit Klein