Heidelberg / Stuttgart - Der Rhein-Neckar-Kreis sucht über die Bundesagentur für Arbeit so bald wie möglich einige Waffenkontrolleure. Sie sollen bei unangekündigten Hausbesuchen überprüfen, ob Waffenbesitzer ihre Waffen und Munition wie vorgeschrieben aufbewahren – wie es das neue Waffenrecht vorsieht. Die Stellenausschreibung hat allerdings Aufregung ausgelöst. Denn die Aufgabe soll an Minijobber vergeben werden.
"Waffenkontrolle ist kein Nebenjob auf 400-Euro-Basis", erklärte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Rüdiger Seidenspinner am Montag in Stuttgart. Der Personalmangel bei Polizei und Ordnungsbehörden dürfe nicht dazu führen, "dass ausgerechnet bei einem so sensiblen Thema wie dem Waffenbesitz irgendwer sich als Kontrolleur bewirbt und somit Kenntnisse über Art und Umfang von Waffen in Privathaushalten bekommt". Für die Aufgabe müssten ordentlich beschäftigte Sachbearbeiter eingesetzt werden, "zumal diese Tätigkeit mehr umfasst als das, was die Ausschreibung aussagt".
Im Landratsamt Rhein-Neckar fühlt man sich missverstanden. Gesucht würde nicht irgendwer, sondern qualifizierte Kräfte, etwa Polizisten im Ruhestand, sagte Berno Müller, Sprecher der Behörde. Die Stellen seien nur deshalb als Minijob ausgeschrieben, weil die geplanten Kontrollen meist nach Feierabend stattfinden. "Würde man einen regulären Sachbearbeiter einstellen, dann säße dieser überwiegend im Büro."
"Das geht so nicht, die Kontrollen sind eine hoheitliche Aufgabe", erklärte hingegen Alice Loyson-Siemering, Sprecherin im Innenministerium. Die Regierungspräsidien seien inzwischen darum gebeten worden, solchen Regelungen entgegenzutreten.
Maria Wetzel