Drucken

Katze Kimba erschossen

Jäger muss zahlen

12.10.2009 - aktualisiert: 09.10.2009 18:13 Uhr

Weissch - Die Jagdbehörde im Landramtsamt Böblingen hat den Fall des Jägers, der im August in Weissach eine Katze erlegt hat, abgeschlossen. Der 83-Jährige muss vier Monate lang auf seinen Jagdschein verzichten und 500 Euro Bußgeld bezahlen. Weitere 500 Euro spendet der inzwischen offenbar reuige Sünder einer Tierschutzorganisation.


Kimba, der schwarz-grau getigerte Kater der Familie Wensky, schien zunächst ein Verwechslungsopfer zu sein. Er habe ausgesehen wie ein Jungdachs, verteidigte sich der Schütze damals. Er habe mehrere Dachse in ein Maisfeld laufen sehen und abgedrückt, als einer wieder herauskam. Doch das war, wie sich jetzt herausstellte, eine Schutzbehauptung. "Er hat eingeräumt, dass er bewusst auf die Katze geschossen hat", sagt Vizelandrat Wolf Eisenmann unserer Zeitung.

Eine andere Aussage des 83-Jährigen hatte sich schon früher als Jägerlatein erwiesen. Die Katze sei beim Schuss mindestens 500 Meter von Häusern entfernt gewesen. Kimbas Leiche aber lag nur etwa 200 Meter von seinem Zuhause, der Ölmühle in Weissach, entfernt. Das Landesjagdgesetz erlaubt es Jagdpächtern, streunende Katzen in ihrem Bezirk zu töten, wenn sie mehr als 500 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude angetroffen werden. "Sie räubern unter Bodenbrütern wie Rebhühnern", erklärt Kreisjägermeister Bodo Sigloch die Regelung. Trotzdem sei es unter Jägern unüblich, auf Katzen zu schießen. Sigloch hatte sich gleich nach dem Tod von Kimba bei Familie Wensky entschuldigt.

Das hat inzwischen, weiß Eisenmann, auch der Schütze getan. Er habe zugeben, dass er einen Fehler gemacht hat, so der Vizelandrat. Der 83-Jährige machte seine Aussagen im Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit. "Er hat das Bußgeld und den Entzug des Jagdscheins akzeptiert", sagt Eisenmann. Für die Jagdbehörde ist der Fall damit erledigt.
 

Ulrich Hanselmann