05.11.2009 14:16
Autor: Bauch
Sind Kinder und Jugendliche überfordert? Wenn ich mich umschaue, ja! Inmitten einer völlig überforderten Gesellschaft, die gemessen an natürlicher Vernunft oder gesundem Menschenverstand vielfältig entartet. Eine Gesellschaft, die als Ziel den wirtschaftlichen Erfolg, Geld und Wohlstand in den Fokus stellt und alles daran misst. Menschen, die verlernt haben, Ihre Zeit zu ihrer und zur Zufriedenheit anderer zu nutzen. Familien, die im Zentrum der Gesellschaft von der Politik allein gelassen und mit Transfers an Kinderlose und in der Folge oft Zeitnot überfordert werden. Eltern, die ihre Kinder schon pränatal in die optimale Erfolgsbahn steuern und von Geburt an zum Erfolgsmonster drillen. Ein Schulsystem, das Deutschland nicht nur gemessen an der finanziellen Ausstattung zu den europäischen „Entwicklungsländern“ gehören lässt, aber Einsteins fordert und gnadenlos selektiert. Lehrer, die - von der Gesellschaft mittlerweile auseinander dividiert und „entrechtet“ – meist ohne Persönlichkeit und als Karikatur vor ihren Klassen stehen. Erzieher, die ihre Einrichtungen nach den ständig wechselnden neuesten pädagogischen Studien einrichten und leiten, und dabei die unveränderten Bedürfnisse der Kinder vergessen. Mich überfordert das alles, warum nicht die Kinder?
Wenn Frau Stolz als Sozialministerin einen zusätzlichen Bedarf an Therapieplätzen im Kinder- und Jugendbereich erkennt, dann muss ich innerlich bitter darüber lachen – dafür ist es aber viel zu traurig. Wir haben offensichtlich längst das Heft des Handelns aus der Hand gegeben, wenn wir von politischer und gesellschaftlicher Seite nicht an die Ursachen der Probleme herangehen, sie anscheinend nicht mal mehr erkennen. Geben wir froh und munter weiterhin das Geld für die Symptombehandlung einer kranken Gesellschaft aus, was kümmern uns die Menschen und ihre Bedürfnisse …
Meine Bitte: Lasst die Kinder wieder Kinder sein!
Aus dem Bauch heraus geschrieben.
Gäufelden
04.11.2009 20:32
Autor: Peixoto, Ana
Ich denke das kinder Heute Tag sind nichts überfordert, in gegenteil , sie haben vieleicht viel zu tun: schule, sport , musik unterichten;aber sie machen / tun was sie "wollen", aber nichts was sie mussen und sollen, zum lernen was Leben bedeute. Kinder brauchen von Eltern; Disziplin und Liebe, natürlich.
04.11.2009 13:56
Autor: Ralf Schönberger
Das gesamte Problem ist ein gesellschaftliches. Mit mehr Therapieplätzen ist es nicht getan, da nur die Folgen behandelt werden. Es geht um ein Netzwerk der Prävention, das in der Gesellschaft aufzubauen ist. Die Prävention muss nicht bei den Kindern beginnen, sondern bei den Familien und Alleinerziehenden. Diese sind Milliueübergreifend zu organisieren. Es ist erwiesen, dass Kinder aus sozial schwachen Familien viel mehr mit Alltagsproblemen (Erwachsene Kinder) zu kämpfen haben als ihre Altergenossen mit einem sozial höheren Status. In diesem Punkt ist auch Nachbarschaftshilfe gefordert. Wer sieht es zum Beispiel schon gerne, wenn der Spielkamerad (in) aus einem sozial schwachen Milliue kommt? Bleiben diese nicht unter sich? In diesem Punkt ist die Gesellschaft und jeder einzelne gefordert die Augen offen zu halten. Was spricht dagegen, so ein Kind in die eigene Familie mit einzubinden, wenn man sieht, die Eltern brauchen entlastung. Solche kleinen Aktionen fördern die Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) des Kindes. Für diese Familien ist die Belastung der Sinnlosigkeit und Chancenlosigkeit in der Gesellschaft ein weiterer Faktor, der das Problem verschärft. Neben den Anforderungen, die die Gesellschaft heute an einen Menschen stellt. Damit stellt sich die Frage nach dem sozialverträglichen Wirtschaftssystem, das nicht auf Gewinnmaximierung aus ist, sondern dem Menschen und der Gesellschaft an sich dient. Gerade Vereine und kirchliche Jugendarbeit muss sich diesen Anforderungen stellen. Dies geschieht heute schon teilweise auch durch engagierte Mitarbeiter. Gerade in der Sinnfrage haben die kirchlichen diakonischen Einrichtungen und die christliche Jugendarbeit, durchaus neben dem sozialen Aspekt Antworten zu bieten. Die sozialdiakonische Aufgabe ist ein wesentliches Merkmal, das aus dem Glauben und der Verantwortung für den nächsten selbstverständlich erwächst. Unabhängig davon, wie die "Hilfsbedürftigen" dazu stehen.
Wir sollten als Gesellschaft auf einander achten, und weniger den Individualismus pflegen. Dies gilt ins besonderen auch für den Schutz der Ehe und ihre besondere Stellung in der Gesellschaft. Die Väter des Grundgesetzes haben diesen Punkt noch erkannt. Heute wird dieser Punkt nicht mehr so gesehen. Verantwortlich für die Erziehung der Kinder sind in erster Linie die Eltern, diese sind in erster Linie zu unterstützen, damit sie ihrem Erziehungsauftrag und ihrer Erziehungspflicht nachkommen können.
Ich musste mich mit diesem Thema bei Martin Luther auseinandersetzen. Die Zustände zur damaligen Zeit waren nicht anders. Es besteht auch ein Zusammenhang von Bildung und Erziehung. Im konkreten Fall, wie man pädagogische Massnahmen anwendet und welche Auswirkungen diese haben.
Mit dem Ruf diese Problematik auf ausgebildete Kräft zu verlagern ist es sicherlich nicht getan, da dieses nicht zu finanzieren ist. Diese sind notwendig, aber die ganze Gesellschaft steht in der Verantwortung, ob es der einzelne oder der Staat ist.
04.11.2009 13:19
Autor: Antje Reifferscheidt
Viele Faktoren führen dazu, das immer mehr Kinder seelisch krank werden, nicht nur zuviel daddeln. Zum Einen fehlen immer mehr freie Flächen zum wilden Toben und sich selbst und die eigenen Grenzen erproben. Dann ist da der Leistungsdruck- glänzen um jeden Preis, ob mit tollen Klamotten oder guten Noten oder Superjobs. .. mir fällt häufug auch ein abnormes Harmoniebedürfnis und ein ebenso hohes Ruhebedürfnis in der Gesellschaft auf. Streit wird vermieden auf Deubel komm raus und beim wilden Toben im hinterhof guckt gleich ein genervter Nachbar raus. Sichertlich gibt es diese grünen Oasen auch -aber in der Stadt sind es doch Wenige.Ferner dürfen wir nicht vergessen, das der zweite Weltkrieg mit allen seinen Grausamkeiten erst 2-3 Generationen hinter uns liegt und das viele der Folgen darin begründet wären. Damals ist auch eine ganze Nation nahezu vaterlos aufgewachsen. Die Väter kamen häufig traumatisiert aus der Gefangenschaft oder dem KZ zurück . Die Mütter hatten wirtschaftliche Sorgen. Wenn wir dieses Thema heute betrachten müssen wir bei uns selbst anfangen- unserem Groll unserer Angst unseren Verletzungen.
Kranke Kinder sind ein Symptom einer kranken Gesellschaft
04.11.2009 10:50
Autor: Andreas Häußler
Interessant finde ich die unterschiedlichen Meinungen zum Thema. Was alle gemeinsam haben, ist wohl, dass die Ursachen nicht ausschließlich bei den Betroffenen selber gesehen werden.
Als Vater von 4 Kindern und kath. Diakon denke auch ich, dass es an unserer Gesellschaft, v.a. an den politischen Rahmenbedingungen liegt. Diese erlauben es nicht, dass Kinder ein unbeschwertes Familienleben wie man es früher gekannt hat, genießen können! Seien es nun die ungerechten Steuer- und Sozialbeiträge, seien es die gesundheitlichen Rahmenbedingungen durch Strahlen, etc. Auf allen Feldern hat meines Erachtens die Politik versagt, weil Familie nicht als Zukunft gesehen wird, in die zu investieren gilt.
Man stellt sich nicht die Frage, wie viel es dem Staat kostet, wenn nicht in Familie und deren Gesundheit investiert wird, sondern schaut meist nur auf die kurzfristig entstehenden Kosten. Dass die langfristigen Kosten viel verheerender sind, will man nicht wahr haben!!!
Daher ist der Politik seit den 1980-er Jahren die Verantwortung zu zu schieben!
Als gläubiger Katholik kann ich nur den Prediger zitieren, der da sagt: "Wer Wind sät, wird Sturm ernten!" Der Wind ist schon nicht mehr eine seichte Brise, sondern wird langsam stärker! Werden die Signale immer noch übersehen und an den Symptomen anstatt den Ursachen herum kuriert? Quo vadis, Deutschland???
04.11.2009 08:12
Autor: Bernhard Holz
Betreff: Artikel vom 3.11.09: Immer mehr Kinder sind seelisch krank
von Herrn Arnold Rieger
Es wirft sich wirklich die Frage auf, was hier die tatsächlichen Ursachen
sind, und vor allem, wie diese gelöst werden können. Sonderbarer Weise
scheinen mehr und mehr Therapieplätze dieses Problem nicht zu lösen.In den
letzten Jahrzehnten wurde psychologische und psychiatrische Behandlung
sowie stationäre Betten ständig ausgebaut, aber es scheint immer mehr
psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen zu geben. Wenn
diese Therapien wirklich helfen würden müsste der Trend dahin gehen mehr
Therapieplätze gleich weniger psychische Auffälligkeiten gleich mehr geheilte Patienten. Der Trend ist jedoch umgekehrt, immer mehr psychisch
Kranke und immer mehr Therapeuten. Es wird Zeit das diese Herren einmal
einheitliche Ergebnisse präsentieren anstatt dauernd Ihre steigenden
Statistiken vorzulegen. Dazu Frau Dr. Monika Stolz zur Einweihung des
Neubaues des Klinikums am Weissenhof in Weinsberg:" Es ist notwendig,
gerade psychische Erkrankungen möglichst früh zu erkennen und im Rahmen
eines Hochwertigen therapeutischen Gesamtkonzepts zu behandeln." Aber wo
sind die Ergebnisse?
Ihr scheint entgangen zu sein dass der Amokläufer von Winnenden in eben
dieser Institution mit eben diesem Hochwertigen therapeutischen Gesamtkonzept therapiert worden ist! Standardgemäss und dies ist belegbar
werden viele Jugendliche in solchen Institutionen mit gefährlichen
Psychopharmaka behandelt, die ihrerseits laut vielen Beipackzetteln
psychische Auffälligkeiten, aggressives und suizidales Verhalten
hervorrufen können.
03.11.2009 22:33
Autor: Margarete Sprenger
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Blut-Hirn-Schranke, welche das Gehirn vor im Blut zirkulierenden Krankheitserregern und Giften schützt, durch Mobilfunkstrahlung geöffnet wird. Wir sind alle durch WLAN, Handy, DECT-Telefone und Mobilbaisstationen einer ständigen Strahlenbelastung durch gepulste Mikrowellen ausgesetzt. Die deutsche Politik ignoriert im Gegensatz zu Belgien die Erkenntnisse aus der internationalen Forschung. Die Bundesärztkammer legte in der Fachzeitschrift "Technikfolgenabschätzung - Theorie und Praxis" Protest gegen die Verharmlosung hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung ein.
Die belgischen Politiker haben aus Fürsorge für die Gesundheit der Bevölkerung im August 2009 Konsequenzen gezogen (siehe StN Artikel vom 28.8.2009) und die Grenzwerte für die Strahlenbelastung durch Handy-Funkmasten auf drei Volt pro Meter gesenkt. In Deutschland sind die Strahlenwerte rund 14-mal so hoch und die Politiker "machen weiter ihre Augen zu" und alle Warnungen landen in den Schubladen der Behörden. "Zellen im Strahenstress" ist eine aktuelle und fundierte Informationsquelle für all jene, die sich Sorgen machen um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
03.11.2009 20:45
Autor: Friedrich Kunz
Lange Reden, kurzer Sinn. Der Kommerz hat uns alle im Griff! Man kann ihm nicht entrinnen, ob jung oder alt. Ob man Geld hat oder keines. Und Letztere sind die Hauptleittragenden. Vielleicht bringt uns das Finanzdesaster wieder zurück auf den Erdboden!? Die nach dem 2. Weltkrieg aufgewachsene Generation hatte auch ihre psychischen Probleme. Welcher Psychiater hat sich damals darum gekümmert? Und diese Generation hat Deutschland wieder aufgebaut! Richtige Arbeit, 60 Stunden pro Woche hilft über alles hinweg! Arbeit verehrte Manager und Politiker ist der Schlüssel!
03.11.2009 17:15
Autor: Eckart Bollmann
Die Schuld liegt nicht bei den Lehrern, aber teilweise bei den Eltern. Hauptsächlich aber an unserer Zeit und am Fortschritt der Technik. Ich bin froh, in der heutigen schnelllebigen Zeit kein Kind sein zu müssen. Nicht nur Kinder sind mit den Faktoren Zeit und der Sehnsucht nach Erfolg = Geld und Wohlstand überfordert. Unsere Gesellschaft hat keine Zeit mehr für die wahren Inhalte eines zufriedenen Lebens, keine Zeit mehr für Gespräche, Besinnung und für das Nachdenken in Ruhe. Die Arbeitswelt der Eltern wird immer brutaler worunter letztendlich die Kinder leiden. Die Regeln unserer ganzen Gesellschaft sind auf Erfolg und Geldverdienen getrimmt. Wer unter dem Durchschnitt liegt gilt als Versager.Diese gesellschaftlichen Zwänge machen sogenannte "Sensibelchen" krank. Physisch wie physisch.Gern erinnere ich mich an meine Kinderzeit. Nur weniger Eltern hatten Fernseher, Computerspiele gab es noch nicht, Diskos waren Fremdwörter. So hatten wir Zeit zum Lesen, mit den Eltern Spiele zu machen und miteinander zu sprechen und lange Spaziergänge zu machen. Man war bescheiden und erfreute sich an kleinen Dingen des Lebens. Heute macht sich unsere Gesellschaft mit der Jagd nach Reichtum und Technik selbst krank. Schuldzuweisungen an andere sind fehl am Platz. Jeder hat für sich selbst die Möglichkeit dem krankmachenden Konsumterror zu entrinnen, so er denn die wahren Werte eines erfüllten Lebens erkennt. Herzlich grüßt E.B. have a nice and comfortable day.
03.11.2009 14:30
Autor: Helmut Wais
Das wundert mich kein bißchen. Die Schuld dafür ist in unserer Gesellschaft zu suchen. Kinder wachsen heue nicht mehr in der Familie auf und werden von der Mutter betreut, sondern sie wachsen in Verwahranstalten auf die mit Familie nichts zu tun haben, auch wenn diese so hübsche Namen wie "Kinderhort", "Kindergrippe" oder "Kindertagesstätte" tragen. Kinder gehören zur Mutter und sonst nirgendwo hin. Leider ist das heutzutage nicht mehr immer möglich, sei es weil sich die Frau von heute "verwirklichen" muß, sei es weil die Frau mitarbeiten muß um die Familie zu ernähren, weil das Gehalt des Mannes nicht ausreicht. Das Wort "Alleinerziehende" will ich gar nicht erwähnen, das stellt ein rotes Tuch dar. Solange es nichts wichtigeres gibt als "MICH" und "immer höher" und "immer weiter" und "besser" und "schneller" und teurer und was weiß ich noch alles, solange ändert sich auch nichts, nichts bei seelischen Erkrankungen von Kindern und auch nichts an der Gewaltkriminalität von Jugendlichen und heranwachsenden. Die seelischen Erkrankungen der Kinder von heute sind die Kriminalitätsrate der Jugendlichen von morgen. Auch wenn das vielen Mütter nicht schmecken mag, Naturgesetze kann man nicht ändern oder abschaffen, auch nicht wenn das manchmal viel angenehmer wäre.