Stuttgart 21

Bonatz-Enkel und Bahn verhandeln

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28.12.2009 15:01
Autor: Rainer Müller

Um die traurigen Hinterlassenschaften vom Teilabriss des Bonatzbaus und den umfangreichen Grabungsarbeiten in der Keuperlandschaft des Stuttgarter Stadtgebietes möglichst ortsnah entsorgen zu können, böte es sich doch an, einen weiteren Trümmerberg namens Monte Scherbelino II aufzuschütten.
Rund um die Villa Reitzenstein könnte man die dortigen Hügel sanft nachmodellieren und als Gipfelkreuz bzw. krönenden Abschluss nach oben, aufgeständert dem knallroten neuen Herzen Europas einen adäquaten Ehrenplatz zukommen lassen. Ob als Luftballon oder farbige Seifenblase bliebe noch zu klären.
Allerdings müsste dann auch die altehrwürdige, denkmalgeschützte Villa selbst plattgemacht werden, doch ich denke, auf einen weiteren Scherbenhaufen kommt es nun wirklch nicht mehr an.
Auf jeden Fall würde es terminlich und baulogistisch sehr gut passen, denn unser werter Landesvater verlässt ohnehin demnächst sein angestammtes Domizil und entsorgt sich selbst gen Brüssel.


 

26.12.2009 15:50
Autor: Stuttgart-Freund

Die Seitenflügel haben mit einem neuen Tiefbahnhof ihre Funktion verloren.
Allerdings hat die große und kleine Schalterhalle und vor allem die Kopfbahnsteighalle ebenso keine „Funktion“ mehr. Der komplette Bahnhof behält die Funktion als Baudenkmal europäischen Ranges, die unverwechselbare Stuttgarter Identität stiftet. Teile davon abzureißen wäre eine kulturelle Barbarei. Herrn Düppers und der engagierten Bürgerschaft Stuttgarts möge es gelingen, diese Kulturschande zu verhindern.

OB Dr. Schuster sagte im StN-Interview vom 11.12.: „ Das Hauptgebäude von Paul Bonatz und der markante Turm bleiben bei Stuttgart 21 erhalten und werden sogar aufgewertet.“ Es wäre sehr interessant zu erfahren, wie diese „Aufwertung“ aussehen soll. Schuster ist ja kraft Amtes der oberste Denkmalschützer von Stuttgart.

Die beste Aufwertung wäre die stilvolle Renovation des verlotterten Gebäudes und seine Befreiung von schnöder und großflächiger Werbung. Dass die Haupthalle mit Weihnachtsbuden vollgepfropft wird ist auch so ein elender Missbrauch und gleichzeitig die Einschränkung der eigentlichen Funktion als Verteilerhalle. Das Maxibanner „UNSER SCHÖNSTES GESCHENK“ veranschaulicht exemplarisch die verlogene S-21-Werbung.


 

23.12.2009 20:21
Autor: Interessierter

Warum sucht der Bonatz-Erbe so die Öffentlichkeit? Warum bringt er eine einstweilige Verfügung ins Gespräch bzw. lässt diese in Gespräch bringen?

Nun ganz offensichtlich weil er keine gar so starke Verhandlungsposition sieht. Die Bahn wird eine Schutzschrift beim zuständigen Gericht hinterlegt haben. Spätestens nach der Androhung! Und ein Argument ist, das er das ja dann schon viel früher hätte machen können!

Die Front der Haupthalle ist schützenswert. Wer den Rest für schützenswert hält der will vermutlich die ganze Silhouette der Heilbronner Straße unter Denkmalschutz stellen!

Aber da gehen die Meinungen auseinander!

Genauso bei den längst bekannten Zweifeln zu den Zahlen im Filstal. Nur da könnte man auch Interessen von dritter Seite unterstellen!

Was für die S21-Gegner spricht? Es scheint so, als würden die die bessere Medienpolitik machen! Wobei dann aber immer der Fehler gemacht wird, darauf hinzuweisen, das die Befürworter keine Argumente hätten! Das zeigt das man nicht wirklich schlagkräftige Argumente hat. Vor allem leben die genannten Alternativen wohl auch nur davon, das diese hoffentlich nicht umgesetzt werden müssen.

Wenn man den Kopfbahnhof sanieren möchte dann muss man das ganze Vorfeld bis zum Neckar sanieren. Auch nicht billig!

Ach ja und unser Wunsch-OB der zurzeit noch in Tübingen wirkt. Tübingen muss es ja glänzend gehen, wenn wir jetzt schon den Pre-OB-Wahlkampf anfangen! Steht eigentlich noch Rezzo Schlauch zur Verfügung?


 

23.12.2009 20:17
Autor: Ralf

Das die Flügel abgerissen sollen, steht seit 10 Jahren fest. Jetzt dag zu klagen fällt denen ja recht bald ein!


 

23.12.2009 18:20
Autor: Thomas M.

@ Germanski

Danke für Ihren sachlichen Kommentar, ich stimme Ihnen zu 100% zu, nur in einem nicht:
Ich halte es alles andere als konform, wenn die Bahn mit der Räumung des Gleisfeldes anfängt, auch wenn sie den Ingenhoven-Bahnhof nicht durchsetzen kann. Das wäre nichts anderes als die Fortsetzung der bisherigen Politik, schon mal mit dem Bau von A und B anzufangen, obwohl, M, P, Y und Z noch nicht einmal planfestgestellt sind und D, K und R noch einer Ausnahmegenehmigung bedürfen.

Entweder man plant ein Projekt zu Ende und weiß was auf einen zukommt, bevor man samit anfängt, oder man lässt es bleiben. Das macht jeder so, in allen Lebensbereichen, nur unsere S21-Clique nicht.


 

23.12.2009 17:49
Autor: Oliver Schwarz

Ich weiß nicht ob Sie es schon wussten, aber Stuttgart 21 hat sich erledigt. Die Zahlen für Filstaltrasse und Neubaustrecke sind veraltet und unrealistisch, die Wirtschaftlichkeit der Strecke ist somit nicht gegeben und sie wird nicht gebaut. Meinen herzlichsten Glückwünsche.


 

23.12.2009 17:28
Autor: matthias monninger

herr dübbers hat meine unterstützung, auch finanziell, wenn er sie denn benötigt. ansonsten kann jeder tun, was er tun kann; z.b weiterhin die fakten verbreiten. je mehr details dieses projektes bekannt werden, desto größer wird der widerstand:

In einem Bahnknoten an der Ost-West-Magistrale und acht Regionalstrecken sind acht Bahnsteiggleise zu wenig. Die Züge warten nicht mehr aufeinander, Anschlüsse gehen verloren. Der Hauptbahnhof ist kein Verkehrsknoten mehr, sondern nur noch eine Durchgangsstation. Selbst der heutige Durchgangsbahnhof Mannheim hat mehr Gleise und soll noch um zwei zusätzliche Gleise erweitert werden.


 

23.12.2009 14:36
Autor: Germanski

An alle Freunde des Bonatz-Kopfbahnhofes:

Vorab möchte ich zunächst einmal feststellen das ich einer von Euch bin, mir gefällt die Idee des Kellerbahnhofes von Anfang an überhaupt nicht und die politischen Begleitumstände sind ein Skandal.

Aber trotzdem bitte ich Euch angesichts dieses Artikels um Herr Dübbers um ruhiges Blut, Herr Dübbers hat seine Meinung nicht einfach in den letzten Tagen geändert oder sich gar von der Bahn kaufen lassen. Vielmehr zeigt es sich das er über einen sehr guten Anwalt verfügt, der genau weiß, welche Rechte Herr Dübbers hat und der sich ganz darauf konzentriert, diese durchzusetzen ohne sich Illusionen nach Dingen hinzugeben, die zwar wünschenswert wären, aber von der Rechtslage eben nicht abgedeckt sind.

Das Urheberrecht gibt den Bonatzerben keinen Ansatz die Verwandlung des Kopfbahnhofes in einen Durchgangstunnelbahnhof zu verhindern! Das ist leider Fakt! Herr Dübbers hat nur die Möglichkeit die Amputierung der Seitenflügel und die Funktionsentfremdung des Bahnhofes ohne seine Zustimmung anzugehen. Falls ein Entwurf vorliegen sollte, der zwar am Tunnelbahnhof festhält, aber den Bonatzbau in seiner heutigen Funktion erhält, kann keine Urheberrechtsklage mehr eingebracht werden.

Und genau darauf will Dübbers hinaus. Nicht mehr und nicht weniger, und das ist gut so! Es geht doch aus diesem Artikel klar hervor, daß die Bahn entweder den Inghovenplan fallen läßt oder es eine Klage geben wird. Und egal ob die Bahn Inghoven nun „freiwillig“ fallen läßt oder ob dies durch ein Gericht herbei geführt wird, die gesamte Planung muß nochmals von vorne aufgerollt werden. Dies führt auf jeden Fall zu einer deutlichen Zeitverzögerung und zu Mehrkosten. Es ist aber trotzdem konform, wenn die Bahn ab nächstem Jahr gleichzeitig mit der Räumung des Gleisfeldes anfängt, denn dieser Eingriff betrifft ja noch nicht den Bonatzbau.

Also bitte, so gerne wir es auch alle hätten wenn Herr Dübbers einfach mal so mit einer einstweiligen Verfügung das ganze Projekt stoppen könnte, schlagt bitte nicht auf Dübbers ein, er kann nichts dafür und die Tatsache, das er sich nun auf den Punkt konzentriert, auf den er wirklich Einfluß hat, zeigt doch das die Bahn es hier nicht mit einem Träumer zu tun hat sondern mit einem ernst zu nehmenden Gegner. Wir sollten Herrn Dübbers daher weiterhin unterstützen und ihm dankbar für seinen Einsatz sein.


 

23.12.2009 13:13
Autor: Jochen Huegel

Sehr geehrter Herr Dübbers,

wenn Sie sich jetzt von der Bahn mit viel Geld bestechen lassen, lassen Sie dadurch 15 Jahre Widerstand gegen Stgt. 21 ins Leere laufen.
Die Stuttgart sind wahnsinnig enttäuscht von Ihnen, das hätten Sie im Leben nie erwartet, dass Sie plötzlich so weich werden und nachgeben.
Wir hätten Sie, auch finanziell, sehr unterstützt. Aber dazu müssten Sie halt auch Rückgrat haben und nicht umfallen.
So kann man doch eine ganze Stadt nicht im Stich lassen. Wir sind hell empört!
Solidarität wäre doch angesagt, gemeinsam gegen Stgt. 21 angehen.
Es spricht doch ALLES gegen Stgt. 21, zunehmend auch das Geld....
Es sei denn, man bekommt es wie Sie und muss es nicht bezahlen wie wir.
Unfassbar, Herr Dübbers, wirklich unfassbar!
Ihr Großvater hätte Sie enterbt, wenn er wüsste, was in Wirklichkeit hinter Ihrer Klage steckt.
Nicht das Kämpfen auch um die Funktion des Kopfbahnhofs. Nur Reibach machen, wohl nichts anderes. Unglaublich. Ich rege mich nur noch auf.


 

23.12.2009 13:08
Autor: Peanatz

Ja, ich halte es für einen Skandal, dass sich Herr Dübbers jetzt wohl doch mit Geld kaufen lässt.
Der Hbf darf nicht abgerissen werden.
Aber genauso wenig darf der Tiefbahnhof gebaut werden.
Die Montagsdemonstranten sind stinksauer.


 


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