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Stuttgart 21

Bonatz-Enkel und Bahn verhandeln

22.12.2009 - aktualisiert: 23.12.2009 10:03 Uhr

Stuttgart 21: Architekturliebhaber fordern Unesco-Schutz
Foto: dpa
Stuttgart - Die Deutsche Bahn AG und der Enkel des Hauptbahnhof-Architekten Paul Bonatz, Peter Dübbers, wollen im Januar weiter über den von der Bahn beim Projekt Stuttgart 21 geplanten Abriss der Seitenflügel des alten Bahnhofs verhandeln. "Wir wollen versuchen, mit der Bahn zu einer Einigung zu kommen", sagt der Kölner Rechtsprofessor Rainer Jacobs, der Dübbers vertritt. Gelinge dies nicht, werde geklagt.

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Sein Mandant wolle den neuen Durchgangsbahnhof nicht grundsätzlich verhindern, sagt Jacobs, aber die Flügelbauten und damit den Bonatz-Entwurf als Ganzes erhalten. Dass dies möglich sei belege die Tatsache, dass 25 Prozent der beim Architektenwettbewerb zu Stuttgart 21 eingereichten 120 Entwürfe den Erhalt der Flügel vorgesehen hätten. Allerdings erreichte davon keiner die zweite Wettbewerbsrunde.

Jacobs nennt es "erstaunlich", dass bei der Planfeststellung für die neue Infrastruktur nicht an das Urheberrecht gedacht worden sei. Er hält eine Einigung mit der Bahn grundsätzlich für möglich: "Alle Beteiligten sind guten Willens." Sollte die Bahn den Tiefbahnhof-Entwurf des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven aber wie geplant umsetzen, werde es zu einer Klage vor dem Landgericht Stuttgart kommen.

Auch eine einstweilige Verfügung gegen den Teilabriss wäre möglich. Der Streitwert kann vom Gericht bis zu einer Million Euro festgelegt werden. Verlöre Dübbers vor Gericht, könnte die Bahn einen Schadenersatzanspruch in dieser Höhe stellen. "Das sollte sich jeder überlegen", hatte Bahn-Chef Rüdiger Grube den Bonatz-Enkel gewarnt.
 

Konstantin Schwarz


Lesermeinungen
12.01.2010 08:02
Autor: denkerle

Leider schaffen die StN ja keine lesenswerte Berichterstattung zum Thema Montagsdemo. Deshalb für alle Interessierten hier der Link zum Video der gestrigen Veranstaltung, das von der StZ ins Netz gestellt wurde:http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2344648_0_2749_-video-von-der-demo-ich-komme-jeden-montag-.html
Wichtig ist: der Druck von der Straße muss weiter gehen!!!! Die Verantwortlichen müssen wissen, dass die Bürger sich gegen das Projekt stellen. Deshalb: Kommen Sie bitte zur nächsten Demo am kommenden Montag, den 18. Januar um 18 Uhr zum Nordausgang des Hauptbahnhofs und bringen Sie Leute mit!

 

28.12.2009 15:01
Autor: Rainer Müller

Um die traurigen Hinterlassenschaften vom Teilabriss des Bonatzbaus und den umfangreichen Grabungsarbeiten in der Keuperlandschaft des Stuttgarter Stadtgebietes möglichst ortsnah entsorgen zu können, böte es sich doch an, einen weiteren Trümmerberg namens Monte Scherbelino II aufzuschütten.
Rund um die Villa Reitzenstein könnte man die dortigen Hügel sanft nachmodellieren und als Gipfelkreuz bzw. krönenden Abschluss nach oben, aufgeständert dem knallroten neuen Herzen Europas einen adäquaten Ehrenplatz zukommen lassen. Ob als Luftballon oder farbige Seifenblase bliebe noch zu klären.
Allerdings müsste dann auch die altehrwürdige, denkmalgeschützte Villa selbst plattgemacht werden, doch ich denke, auf einen weiteren Scherbenhaufen kommt es nun wirklch nicht mehr an.
Auf jeden Fall würde es terminlich und baulogistisch sehr gut passen, denn unser werter Landesvater verlässt ohnehin demnächst sein angestammtes Domizil und entsorgt sich selbst gen Brüssel.

 

26.12.2009 15:50
Autor: Stuttgart-Freund

Die Seitenflügel haben mit einem neuen Tiefbahnhof ihre Funktion verloren.
Allerdings hat die große und kleine Schalterhalle und vor allem die Kopfbahnsteighalle ebenso keine „Funktion“ mehr. Der komplette Bahnhof behält die Funktion als Baudenkmal europäischen Ranges, die unverwechselbare Stuttgarter Identität stiftet. Teile davon abzureißen wäre eine kulturelle Barbarei. Herrn Düppers und der engagierten Bürgerschaft Stuttgarts möge es gelingen, diese Kulturschande zu verhindern.

OB Dr. Schuster sagte im StN-Interview vom 11.12.: „ Das Hauptgebäude von Paul Bonatz und der markante Turm bleiben bei Stuttgart 21 erhalten und werden sogar aufgewertet.“ Es wäre sehr interessant zu erfahren, wie diese „Aufwertung“ aussehen soll. Schuster ist ja kraft Amtes der oberste Denkmalschützer von Stuttgart.

Die beste Aufwertung wäre die stilvolle Renovation des verlotterten Gebäudes und seine Befreiung von schnöder und großflächiger Werbung. Dass die Haupthalle mit Weihnachtsbuden vollgepfropft wird ist auch so ein elender Missbrauch und gleichzeitig die Einschränkung der eigentlichen Funktion als Verteilerhalle. Das Maxibanner „UNSER SCHÖNSTES GESCHENK“ veranschaulicht exemplarisch die verlogene S-21-Werbung.

 

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