Natürlich werden auf dem 23. Festival, das auch in diesem Jahr die Programmkinos in Tübingen und Stuttgart bespielt, die neuesten Produktionen - heuer 25 an der Zahl - einen Überblick über das aktuelle französischsprachige Filmschaffen geben, doch sind es vor allem die verschiedenen Sektionen, Hommagen und Retrospektiven, die den besonderen Reiz des Festivals begründen und gerade ungewöhnliche und seltene Filmdokumente auf die Leinwand bringen. Nicht zu vergessen der Wettbewerb, in dem sich neun aktuelle Filme um fünf Preise bewerben.
Im Focus des diesjährigen Festivals steht ein politisch und soziologisch brisantes Thema: Das Leben in den französischen Vorstädten, der “Banlieue”. Bereits seit 25 Jahren gibt es dort gewalttätige Auseinandersetzungen in Form von Straßenschlachten, im letzten Herbst eskalierten die Krawalle nochmals. Mit Spiel- und Dokumentarfilmen sowie einer Podiumsdiskussion werfen die Französischen Filmtage einen Blick auf den Alltag, die historische Entwicklung der Vorstädte und untersuchen die Konsequenzen für die heutige französische Gesellschaft.
Arbeiten zu "Kino aus dem Maghreb" bilden den Schwerpunkte in der "Sektion Afrika", weitere Reihen zeigen populäre Kurzspielfilme, Stummfilme sowie Klassiker des belgischen Essayfilms aus dem Kreis um Henri Storck. Emmanuel Mouret, dem in Deutschland kaum bekannten Regisseur charmanter Liebeskomödien, ist eine Werkschau gewidmet. Einer der Stargäste in diesem Jahr ist der 81jährige Kameramann Raoul Coutard. Der "Grand Maître“ der Nouvelle Vague stellt Klassiker aus seinem großen Oeuvre vor.
In Stuttgart zeigen die Französischen Filmtage erstmals das komplette Wettbewerbsprogramm. Im Koki Stuttgart wird zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten, etwa mit einer Filmreihe und einem Symposium zum zehnten Todestag der Schriftstellerin Maguerite Duras und ihrer Arbeit als Film- und Drehbuchautorin.
Weitere Infos und Termine der 23. Französischen Filmtage:
www.filmtage-tuebingen.dewww.koki-stuttgart.dewww.filmbuerobw.de