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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 12.06.2003

Long Island Expressway

Kraftvolles Initiationsdrama

Filmkritik der Stuttgarter Nachrichten
 

Es gibt Filme, die vergisst man nicht, die möchte man mehrmals sehen. "Long Island Expressway" ist so einer. Mit einem tiefen Verständnis und einer ungeheuer kraftvollen Liebe fürs Leben wird die Initiation eines 15-Jährigen erzählt, so dass die Geschichte universale Bedeutung gewinnt.

Regisseur und Werbefilmer Michael Cuesta scheut sich in seinem Spielfilmdebüt nicht, Themen anzusprechen, die - nicht nur die amerikanische - Gesellschaft gerne unter den Teppich kehrt: gelangweilte Jugendliche, teilweise aus reichem Hause, die Seriendiebstähle in der Nachbarschaft begehen, Homosexualität und Freundschaft, Gruppenzwang, Gewalt, Inzest und Stricherszene. Harter Tobak. Und die amerikanische Kontrollbehörde stufte "L. I. E." auch gleich in die schärfste Kategorie NC-17 ein: Cuesta wertet nicht, das wird ihm zum Vorwurf gemacht. Er beschreibt seine Charaktere vielschichtig und lebensnah, vor allem Paul Franklin Dano als 15-jähriger Held Howie ist ein Erlebnis. Cuesta, der gemeinsam mit Steve Ryder das Drehbuch geschrieben hat, versteht es, einen dramaturgischen Bogen zu spannen, Höhepunkte geschickt auszuloten. Die Bilder von Romeo Tirone tun ihr Übriges, um "L. I. E." die vielen auf internationalen Festivals abgesahnten Preise zu gönnen.
 

Eva Maria Schlosser

12.06.2003 - aktualisiert: 12.06.2003 10:21 Uhr

 


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