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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 31.07.2003

Terminator 3 - Rebellion der Maschinen

Nur einer kann Adam und Eva retten

Filmkritik der Stuttgarter Nachrichten
 

Ein Hauch von Abschied liegt über der Szenerie: "I’m an obsolete design", sagt der österreichische Wahlamerikaner Arnold Schwarzenegger, 56, der zum dritten Mal den Ur-Terminator spielt. Einen abgehalfterten Maschinen-Menschen, ein Vor-vorgängermodell, das von einem aktuellen Exemplar nach allen Regeln der Kunst verhauen und auch noch umprogrammiert wird. Besonders bitter: Der Gegner des Muskelprotzes bei seinem letzten Einsatz sieht aus wie ein zartes Mädchen.

Das ist die einzige echte Überraschung an diesem Film. Das Ex-Model Kristanna Loken, mit finsterem Blick als Zeichen für die schlechte Dauerlaune ihrer Terminatrix, arbeitet eine Liste zu beseitigender Menschen ab, die die Machtübernahme der Maschinen verhindern könnten. Nur einer kann sie aufhalten, und er versucht es mit gekonnter Selbstironie und feinstem Arnoldspeak (unbedingt auf Englisch anschauen!). Natürlich wird da gerast, geschossen, explodiert und gestorben, alles in Großaufnahme und mit spektakulären Effekten - so wie es in einem anständigen Actionfilm sein muss.

Die Eskalation ist spannend inszeniert, und ein von künstlicher Intelligenz gesteuertes Internet, durch das die Menschheit die Kontrolle über ihr Militär verliert, eine plausible Dystopie. Als sie eintritt, endet die Illusion indes: Gegenüber "Star Wars" oder "Matrix" erscheinen die Killermaschinen in "T3" als hineinmontierte Fremdkörper. Wie ein Saurier wirkt der Film nun, ein Vorvorgängermodell aus der Zeit, als Effekte noch als solche erkennbar sein durften.

Alles endet im Atomkrieg, nur John und Kate, die zwei Schützlinge des Ur-Terminators, haben es mit Hilfe haarsträubender Regie- und Drehbuchfehler in einen Bunker im Erdinnern geschafft. Draußen tobt das Inferno, die Herrschaft der Maschinen scheint besiegelt. So aber beginnt die Saga von der Matrix. Und es wäre kein Wunder, wenn im demnächst erscheinende dritten Teil irgendwo in der Menschenstadt Zion ein Altarbild von John und Kate hängen würde, angebetet als Adam und Eva einer neu gezeugten Menschheit.

Dem Terminator-Mythos ist nichts mehr hinzuzufüpgen. Der wiedererstarkte "Last Action Hero" Schwarzenegger, der als Barbar begann und hier noch einmal einhändig Waffen bedient, die Normalbürger nicht einmal aufheben könnten, sagt laut Servus. Die amerikanische Politik wartet schon. Hasta la vista, Arnie.
 

Bernd Haasis

31.07.2003 - aktualisiert: 31.07.2003 09:55 Uhr

 


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