Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 28.08.2003
Extreme Rage
Gegen alle oder Ein Mann sieht rot
Filmkritik der Stuttgarter Nachrichten
Was macht ein Mann, wenn ihm das Liebste genommen wird? Er sieht rot. Und schwört Rache, klar.
Sean Vetter (Vin Diesel) ist Geheimagent bei der Drug Enforcement Agency in Los Angeles. Zusammen mit seinem Partner Demetrius (Larenz Tate) hat er nach jahrelanger Arbeit den mexikanischen Drogenboss Meno Lucero (Geno Silva) dingfest gemacht. Ein großer Coup, der die Drogenszene heftig aufmischt. Aber sogleich ist ein neuer, mysteriöser Drogenboss namens Diablo am Start. Einer seiner ersten "Amtshandlungen" ist ein Überfall auf Seans Haus, in dem er und seine Frau Stacey leben. Stacey kommt in dem Kugelhagel um. Für Sean ist die Jagd auf Größen der Drogenszene nicht mehr nur ein gefährlicher Job, sondern ein persönlicher Rachefeldzug. Um an die notwendigen Informationen heranzukommen, lässt er sich mit Lucero, ein, der in einem Hochsicherheitstrakt sitzt.
Ach, es ist doch immer wieder schön, einen Mann beim Kampf einer gegen alle zu verfolgen. Wie es ausgeht, kann man sich schon denken. Also bleibt dem Zuschauer nur noch, sich mehr oder weniger gelöst im Kinosessel zurückzulehnen und mitzuverfolgen, wie denn dieser Mann zu seinem Ziel kommt.
Nun, er überlebt einige Kugelhagel, watet durch Blutbäder und ist Mittelpunkt diverser Szenen mit dramatisch inszeniertem Meinungsaustausch. Denn Seans heroischer Alleingang wird natürlich nicht von allen gleichermaßen akzeptiert. Sein Chef redet ihm zunächst ins Gewissen, um ihn schließlich zu suspendieren, sein bester Freund und Partner tut Ähnliches, um aber schließlich doch auf seiner Seite zu kämpfen.
Handlung und Charaktere folgen hier Schema F, will heißen: nicht ein kleines Detail überrascht. Das sich ein Cop mit einem Verbrecher aus der Superliga verbindet, ist eben auch nicht neu - "Das Schweigen der Lämmer" lässt grüßen. Immerhin macht Vin Diesel ("Triple X") als desolate, aber kämpferische Hauptfigur Sean seine Sache recht gut. Das rettet diesen Streifen von "Verhandlungssache"-Regisseur Gary Gray, so dass "A man apart", dessen Titel unsinnigerweise für die deutschen Kinos in "Extreme Rage" umbenannt wurde, immerhin für einen leidlich unterhaltsamen Kinoabend taugt.
Eva Maria Schlosser
28.08.2003 - aktualisiert: 28.08.2003 10:22 Uhr