Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 16.10.2003
Pumuckl und sein Zirkusabenteuer
Ein Kobold in Kidnapperhänden
Filmkritik der Stuttgarter Nachrichten
Ja mei, der Pumuckl ist wieder da! Rotiert durch die Leben rechtschaffener Leut’, weil sein Meister Eder gestorben ist. Ausgerechnet den Vetter vom Eder hat er sich jetzt als neuen Freund ausgesucht. Vermutlich, weil der ihm ähnlich sieht und auch mit so vertrautem bayrischem Dialekt spricht.
Herr Eder ist ein bisschen abergläubisch, aber von der Existenz eines echten Koboldes lässt er sich nur sehr langsam überzeugen, zumal der sich auch noch unsichtbar machen kann. Natürlich nutzt der kleine Rotschopf diese Eigenschaft, um mächtig viel Blödsinn anzurichten. Als er von der Zirkusmagierin Magiaro gekidnappt wird, ist Schluss mit lustig. Doch Eder vermisst seinen Pumuckl inzwischen so sehr, dass er mit seiner Nachbarin und deren pfiffigem Sohn eine konzertierte Suchaktion startet.
Pumuckls Zirkusabenteuer kommt - fast rechtzeitig zu seinem 40. Geburstag - als adretter, stubenreiner Kinderfilm in vielen bunten Szenen und pädagogisch wertvoller Absicht daher. Das freche Kunstgeschöpf turnt als Zeichentrickfigur durch einen Realfilm, in dem Menschen noch Menschen sein dürfen. Das hat Charme und wird der Idee vom sich unsichtbar machen könnenden Kobold am ehesten gerecht.
Doch die Handlung kommt nicht so richtig in Schwung, da half auch ein dreiwöchiger Dreh in einem Großzirkus nichts. Ferdinand Eder (Hans Clarin) ist zwar ein netter neuer Freund, aber die Charaktere der Münchner Nachbarschaft sind reichlich albern angelegt, und das Kidnapper-Paar operiert eher manieriert als magisch.
Pumuckl-Freunde werden den kleinen Kerl trotzdem lieben. Der Streifen wurde ja auch mit dem Kinder-Medien-Preis 2002 ausgezeichnet.
Brigitte Jähnigen
16.10.2003 - aktualisiert: 16.10.2003 10:41 Uhr