Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 23.10.2003
Das Medaillon
Flattermann im Fantasy-Land
Filmkritik der Stuttgarter Nachrichten
Vielleicht hat Jackie Chan in frühen Jahren, während er sich beim täglichen Kampfsporttraining mühte, davon geträumt, vielleicht doch lieber Polizist oder Clown zu werden. In seinen zahllosen Filmen, und auch in diesem Streifen, jedenfalls geht er wieder ganz in der Melange dieser zwei Berufe auf und boxt und kickt und flattert als Slapstick-Bulle in heikler Mission durch die Gegend. Nachdem er mit dem letzten Film "Tuxedo" eine gefällige Bond-Parodie abgeliefert hat, antwortet er mit "Das Medaillon" auf Computerspiel-Adaptionen á la "Lara Croft" der letzten Zeit. Der Bösewicht Snakehead (Julian Sands) stiehlt ein Schmuckstück, das Unsterblichkeit und übernatürliche Kräfte verleiht. Schlüssel zur Entfaltung der geheimnisvollen Macht des Medaillons ist ein kleiner Junge. Inspektor Eddie Yang (Jackie Chan) soll das Bürschchen schützen und das wertvolle Zauberutensil zurückholen, bevor dessen Kräfte missbraucht werden.
Die Kampfszenen in Chans Filmen sind wie gewohnt von hohem Niveau. Dank einiger Überraschungsspäße und Fantasyzauber, der bezaubernden Claire Forlani und des Jackie-Chan-Sympathie-Bonus, taugt der Film zum sonntäglichen Familienamüsement allemal, wenn auch das ewig gleiche Schema seiner Filme - tollpatschiger, gutherziger Bulle, clevere Assistentin und humorloser Gegenspieler - inzwischen ziemlich langweilt.
Steffen Beck
23.10.2003 - aktualisiert: 23.10.2003 10:44 Uhr