Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 23.10.2003
Jeepers Creepers II
Schon wieder auf Ersatzteiljagd
Filmkritik der Stuttgarter Nachrichten
Ein Hund wittert als Erster die Gefahr. Doch bevor Billy Taggart, der Farmerjunge, begreift, was um ihn her vorgeht, wird er zum Opfer einer Vogelscheuche, die plötzlich zum Leben erwacht - brutal und blutig. Billys Vater hat keine Chance, den Sohn zu retten. Dann bricht das Unheil aus, fällt das Monster über einen Schulbus her, mit dem die Basketball-Mannschaft der Bannon-Highschool nebst Jubelgirls auf Heimfahrt ist: eine Menge willkommener Beutestücke für die flügge gewordene Vogelscheuche. Das Gemetzel geht weiter ...
Zum zweiten Mal geht die Sage, dass das Böse, personifiziert in einer hässlichen Kreatur, alle 23 Jahre auftaucht, um sich bei den Menschen mit "Ersatzteilen" zu versorgen und dabei eine mörderische Spur des Schreckens zu hinterlassen. Doch Monster hin, Schrecken her - der mit Spukgespenstern solcher Art längst überfütterte Zuschauer bekommt kaum noch eine Gänsehaut: Die Spannung geht an die Gewöhnung verloren. Und die moralische Schwarz-weißmalerei, die in diesem Spiel mit Schatten und Licht provoziert wird, bietet auch nichts Neues mehr. Regisseur und Drehbuchschreiber Victor Salva sollte sich für die nächsten 23 Jahre eine bessere Story ausdenken.
Otto Kuhn
23.10.2003 - aktualisiert: 23.10.2003 10:44 Uhr