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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 08.01.2004

Die Geschichte vom weinenden Kamel

Traditionsreich

Filmkritik der Stuttgarter Nachrichten
 

Nichts als unendliche Weite, wohin das Auge schaut. Hier, irgendwo in der mongolischen Wüste, leben Nomaden mit ihren Kamelen und Ziegen. Ihr Leben wird vom Rhythmus der täglichen Arbeit, den Tiergeburten und der Familientradition bestimmt, und ihr Besitz reduziert sich auf das, was sie zum Leben brauchen.

Der Italiener Luigi Falorni und die Mongolin Baymbasuren Davaa, beide Absolventen der Hochschule für Fernsehen und Film in München, haben die Nomadenfamilie sieben Wochen lang begleitet und ein ruhiges, stimmungsvolles Porträt entworfen, das vom traditionsreichen Leben der Nomaden erzählt und lakonisch beweist, dass die stolzen Errungenschaften unseres Fortschritts woanders zu nutzlosem Tand degenerieren.

Roter Faden des halb dokumentarischen, halb inszenierten Films ist die bewegende Geschichte eines jungen weißen Kamels, das von seiner Mutter nicht angenommen wird und ums Überleben kämpft. Ganz nebenbei gelingt den jungen Filmemachern damit ein philosophischer Blick auf das Leben an sich.
 

Eva Maria Schlosser

08.01.2004 - aktualisiert: 08.01.2004 09:52 Uhr

 


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