Stück in drei Akten von Ödön von Horváth
Der österreichisch-ungarische Dramatiker gelangte mit Volksstücken wie den "Geschichten aus dem Wienerwald" (1931) zu Weltruhm. Wie kein anderer verstand er es, das Kleinbürgertum in seiner Spießigkeit zu entlarven. 1938 wurde der Schriftsteller während eines Gewitters von einem herunterfallenden Ast erschlagen.
Horváth, der leidenschaftliche Alpinist, wußte durch zahlreiche Schilderungen um die unmenschlichen Bedingungen beim Bau der Tiroler Seilbahn auf die Zugspitze zwischen 1924 und 1926. Das "Wunderwerk der modernen Technik" kostete viele der Arbeiter Gesundheit und Leben. Diese Diskrepanz verarbeitete Horváth in seinem frühen Drama "Revolte auf Côte 3018", das bei der Uraufführung 1927 in Hamburg allerdings durchfiel. Der Neufassung gab er den Namen "Die Bergbahn".
Zum Stück: Die Katastrophe spielt sich in drei gedrängten Akten im Hochgebirge ab. Ein Friseur aus Stettin sucht Arbeit beim Bergbahnbau. Es ist Herbst, die Zeit drängt. "Das Wetter hält. Es muss." Der Ingenieur stellt ihn trotz fehlender Eignung ein. Am Grat zieht der befürchtete Sturm auf. Der Friseur verunglückt, der Ingenieur untersagt die Aufbahrung, das Grollen der Männer steigert sich zum Aufstand. Ausgerechnet den Besonnensten schießt der Ingenieur in einem blindwütigen Amoklauf nieder, am Ende stürzt er selber in den Abgrund.
Unter der Regie von Hasko Weber spielen Ute Hannig, Christian Brey, Gernot Grünewald, Sebastian Röhrle, Kai Schumann, Lutz Salzmann, Ferdinand Dörfler, Felix Kramer, Jan Schreiber, Michael Stiller und Bernd Gnann.
Staatstheater/bb
03.11.2004 - aktualisiert: 15.03.2005 08:18 Uhr