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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 27.02.2004

Baby

Familienbande

In medias res beginnt Musikvideospezialist Philip Stölzl seinen Spielfilmerstling "Baby". Ein Kleinkind plantscht im Meer, die Eltern vergnügen sich mit einem befreundeten Paar am Strand. Plötzlich ist das Kind verschwunden und wird gerade noch rechtzeitig aus den Fluten gerettet. Die Fahrt ins Krankenhaus endet jedoch in einer Katastrophe: Ein Unfall kostet beiden Frauen das Leben. Zurück bleiben Vater Frank (Filip Peeters), Freund Paul (Lars Rudolph) und die kleine Lilli. Aus den dreien wird eine Kleinfamilie, die beiden Männer werden zu Kleinkriminellen - und Lilli reift zu einer Pubertierenden (Alice Dwyer) heran, die nichts anbrennen lässt, und die nebst Pizzafahrer auch noch still und heimlich den Zweitvater Paul verführt. "Baby" ist zugleich ein desolates Roadmovie und eine wenig ernsthafte Sozialstudie mit ernsten Themen. Die Sprache ist vulgär, die Dialoge sind so feinsinnig und vielschichtig wie ein Einzeller. Das wiederum passt zum geschilderten Milieu, das Stölzl mit Witz und Sinn fürs trashige Detail inszeniert.
 

Eva Maria Schlosser

27.02.2004 - aktualisiert: 27.02.2004 12:07 Uhr

 


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