Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 19.05.2004
Der Prinz und ich
Edel und öde
Julia Stiles musste im Kino schon oft unter Shakespeare leiden. "Shakespeare ist so nutzlos", flucht sie jetzt in dem Streifen "Der Prinz und ich", in dem sie die Studentin Paige spielt, die später bei Ärzte ohne Grenzen arbeiten will, aber von Shakespeare heimgesucht wird. Paige muss sich am College in Wisconsin nicht nur ein Essay über Shakespeares Sonette aus den Fingern saugen. Sie stolpert auch in eine Verwechslungskomödie, in deren Zentrum Austauschstudent Eddie (Luke Mably) steht, der in Wirklichkeit der dänische Kronprinz ist.
Die Romanze in "Der Prinz und ich" entwickelt sich vorhersehbar, und wer sich letzten Freitag im Fernsehen die Hochzeit des echten dänischen Kronprinzen Frederik mit der Australierin Mary Donaldson angeschaut hat, wurde einfallsreicher unterhalten. Mit einer flotten Inszenierung und einigen netten Szenen gelingt es Regisseurin Martha Coolidge zwar, in der ersten Hälfte des Films vergessen zu machen, dass das Drehbuch keinen Wert auf Originalität legt. Doch dann geht ihr die Puste aus; der Rest ist Langeweile.
Gunther Reinhardt
19.05.2004 - aktualisiert: 19.05.2004 15:03 Uhr