Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 24.06.2004
Mambo Italiano
Italienisch für Anfänger
Es gibt nichts Schlimmeres, als ein schwuler Italiener zu sein", behauptet Angelo. Er ist schwul, Italiener und die Hauptfigur in der Einwandererkomödie "Mambo Italiano". Diese ist zwar spaßig, aber ziemlich trivial geraten, weil es tatsächlich nur darum geht, dass es nichts Schlimmeres gibt, als ein schwuler Italiener zu sein.
Obwohl Angelo (Luke Kirby) bald dreißig wird, lebt er noch im Haus seiner Eltern in Montreal. Die Barberinis sind vor vielen Jahren aus Italien nach Kanada eingewandert, doch nach wie vor schlägt das Herz von Papa Gino (Paul Sorvino) und von Mama Maria (Ginette Reno) italienisch. Deshalb bricht für sie eine Welt zusammen, als Angelo schließlich doch daheim auszieht und ihnen beichtet, dass er schwul ist.
Regisseur Emile Gaudreault verlässt sich bei seinem Kinodebüt auf das Erfolgsrezept von "My Big Fat Greek Wedding". Seine italienischen Kanadier sind genauso engstirnig, aber liebenswert gezeichnet wie die griechischen Amerikaner in der Komödienüberraschung. "Mambo Italiano" fehlt aber der Charme des Vorbilds. Gaudreault genügt es, ein Italo-Klischee nach dem anderen vorzuführen, die komischen Einfälle des Skripts befinden sich bestenfalls auf TV-SitcomNiveau, und die filmische Umsetzung, die sich ausgiebig an Schuss-GegenschussRoutinen ergötzt, wäre im Vorabendprogramm besser aufgehoben als auf der Kinoleinwand.
Gunther Reinhardt
24.06.2004 - aktualisiert: 24.06.2004 10:42 Uhr