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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 01.07.2004

Blueberry und der Fluch der Dämonen

Westernhelden auf Droge

Wer sich schon einmal nüchtern auf eine Party verirrt hat, bei der alle anderen Gäste bereits betrunken waren, hat eine Vorstellung davon, wie es einem beim Kinofilm "Blueberry und der Fluch der Dämonen" ergeht: Man sieht zugedröhnten Leuten dabei zu, wie sie ihr Selbst erkunden, und ist froh, wenn man wieder zu Hause ist.

Dabei hätte der Film eine gute Western-Party werden können. Schließlich hat Jan Kounen die Kult-Comic-Reihe "Blueberry" verfilmt, die dank seiner markigen Hauptfigur und atmosphärischen Storys großes Kino-Potenzial besitzt. In "Blueberry und der Fluch der Dämonen" legt sich Marshall Mike Blueberry (Vincent Cassel) mit dem Banditen Blount (Michael Madsen) an. Blount sucht nach einer Goldmine, die sich auf Indianergebiet befindet. Blueberry folgt ihm. Bei dieser Schatzsuche taucht der Film mehr und mehr in die indianische Schamanen-Welt ein, die an eine Hippie-Kommune erinnert. Die französische Produktion liegt einem mit mystisch-esoterischer Musik in den Ohren, Kounen schwelgt in psychedelischen Bilderfluten, die aber doch nur im Computeranimations-Overkill enden. Langatmig sind diese Computerspielereien, die eine spirituelle Reise darstellen sollen. "Willkommen in der anderen Welt", verkündet der Off-Erzähler am Ende dieser Reise. Doch das bekommen nur diejenigen mit, die nicht längst eingedöst oder heimgegangen sind.
 

Gunther Reinhardt

01.07.2004 - aktualisiert: 01.07.2004 10:57 Uhr

 


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