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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 26.08.2004

Butterfly Effect

Fehler müssen Fehler bleiben

Wie war das noch mit der Chaostheorie? Der Flügelschlag eines Schmetterlings auf der einen Seite der Welt, sagt man, kann auf der anderen Seite dieser Welt einen Sturm erzeugen, der wilde Wellen schlägt im Leben der Menschen, die er heimsucht ...

So geschieht es Evan Treborn (Ashton Kutcher), der im Rückblick auf seine Vergangenheit versucht, begangene Fehler auszumerzen und so geschehene Untaten ungeschehen zu machen. Doch was er auch anstellt, um sich und seine Freunde - da sind die hübsche, kleine Kayleigh, ihr Bruder Lenny und Tommy, der Vierten im Bunde - aus allen Kalamitäten herauszuhelfen, das Gegenteil geschieht: Evan reitet die Vierer-Bande nur immer tiefer in den Schlamassel hinein.

Das Autoren- und Regie-Gespann Eric Bress und J. Mackye Gruber gibt sich bei seinem Spielfilm-Debüt redlich Mühe, mit einem strammen Aufgebot an Kinderzeichnungen, Tagebucheintragungen, Rückblenden und Spezialeffekten für Spannung zu sorgen und den Zuschauer immer von neuem und mit immer schwererem Geschütz zu schocken; dennoch tut man sich schwer, das Ganze so wichtig zu nehmen, wie es verlangt wird. Vielleicht liegt das daran, dass man den durchaus negativen Helden Evan Treborn nicht recht ernst nimmt, weil Ashton Kutcher bislang eher dem leichten Gewerbe der Schauspielkunst zugeordnet war und man darum seine Bemühungen, so richtig böse zu sein, einfach komisch findet. Da mögen sich Melora Walters, Amy Smart, Elden Henson und William Lee Scott, der Rest der kleinen Besetzung, noch so beuteln lassen - ein Kassenreißer, wie in den USA, wird dieser Film bei uns wohl nicht werden. Hübsch düster ist die Geschichte schon, und sie wird auch gewiss den Feinfühligen unter den Zuschauern wilde Träume bescheren, aber - Tagebücher als Zeitmaschine in die Vergangenheit kann man ja auch wirklich nicht besonders ernst nehmen. Und Erinnerungen allein machen nichts ungeschehen - oder? Die Anhänger der Chaostheorie, so wollen wir zu Gunsten der Herren Bress und Gruber annehmen, werden dafür gewiss auf ihre Kosten kommen.
 

Otto Kuhn

26.08.2004 - aktualisiert: 26.08.2004 10:33 Uhr

 


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