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Olympia 2004 in Athen
 

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Deutsches Team
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Olympia 2004 Athen Ringen 
Jeffrey Cobb (red) from Guam fights with Davyd Bichinashvili (blue) from Germany during their men's 84kg bout of the Freestyle Wrestling at the Athens 2004 Olympic Games in the Ano Liossia Olympic Indoor Hall, Friday 27 August 2004. epa/ana Dimitris Panagos
Foto: dpa
Auch Davyd Bichinashvili (steht) konnte nicht mehr gutmachen.




Deutsche Ringer
Aufs Kreuz gelegt
 
Athen - Die komplette deutsche Ringer-Staffel ist auf der olympischen Matte in Athen aufs Kreuz gelegt worden. Ohne Medaille treten die drei Frauen und sechs Männer die Heimreise an. Das ist exakt die gleiche deprimierende Bilanz wie vor vier Jahren in Sydney, nachdem Alexander Leipold wegen eines umstrittenen Dopingfalls die Goldmedaille in der Klasse bis 76 kg aberkannt worden war. "Das ist frustrierend. Bei dem Aufwand, den wir betrieben haben - und nichts ist rausgekommen. Das tut wahnsinnig weh", sagte Cheftrainer Wolfgang Nitschke mit versteinerter Miene.

Auch das letzte verbliebene Männer-Duo mit Sven Thiele (Braunsbreda/Klasse bis 120 kg) und Davyd Bichinashvili (Schifferstadt/bis 84 kg) wurde am Freitag von der Konkurrenz in der Ano-Liossia-Halle von der Matte gefegt. Der 35 Jahre alte deutsche Rekordmeister Thiele musste sich Europameister Aydin Polatci aus der Türkei mit 1:5 geschlagen geben. Für den Olympia-Sechsten von Atlanta 1996 dürfte das der Abschied von den internationalen Matten gewesen sein: "Ich überlege noch. Aber das war's wohl."

Der gebürtige Georgier Bichinashvili fand im Olympia-Zweiten von Sydney und Ex-Weltmeister Yoel Romero aus Kuba seinen Meister (0:3). "Ich konnte nichts machen. Ich habe ihn einfach nicht zu fassen gekriegt", sagte der 29 Jahre alte Student, setzte sich auf den Boden, vergrub sein Gesicht in einem Handtuch und heulte wie ein Schlosshund.

"Schlimmer hätte uns das Los mit diesen Gegnern nicht treffen können. Sie waren einfach physisch stärker", meinte Nitschke, der radikale Strukturreformen im deutschen Verband fordert. Kerngedanke seiner Neuerungen ist die Konzentration der Kräfte. "Die Besten müssen ab dem 16., 17. Lebensjahr in maximal drei zentralen Stützpunkten trainieren, so wie es uns die Top-Nationen Russland, Kuba, Türkei und USA vormachen. Nur so können wir international wieder Anschluss finden."

Die größten Erwartungen waren in die Frauen gesetzt worden. Bei ihrer olympischen Premiere hieß das Minimalziel eine Medaille. Doch Ex-Europameisterin Anita Schätzle (Mainz-Laubenheim) und die frühere Weltmeisterin Brigitte Wagner (Hallbergmoos) brachten lediglich zwei sechste Plätze in die Wertung ein. Mit Platz sieben vorlieb nehmen musste die WM-Dritte Stephanie Groß (Ückerath). "Uns hat das Lospech brutal erwischt. Bei einer anderen Konstellation wäre eine Medaille möglich gewesen", sagte Frauen-Bundestrainer Jürgen Scheibe.

Als ernsthaftester deutscher Medaillenaspirant unter den vier Klassikern fand sich Vizeweltmeister Konstantin Schneider (St. Ingbert) auf Platz sieben wieder, ebenso der 38 Jahre alte "Matten- Oldie" Jannis Zamanduridis (Krombach). Pech hatte Mirko Englich (Witten/12.), der am späteren Olympia-Zweiten Ramas Nosadze aus Georgien scheiterte. Für Jurij Kohl (Völklingen/19.) wurden die olympischen Wettbewerbe zur Lehrvorführung. "Vielleicht sollten wir mal einen Lehrgang in Losglück absolvieren", meinte Nitschke sarkastisch.

dpa
27.08.2004 - aktualisiert: 27.08.2004, 18:47 Uhr
 

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