Suche nach Kinofilmen
 
 



Kino-Termine

Dieser Film läuft in folgenden Kinos

 

 

Vorschau ]

zurück


Drucken Versenden
Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 03.03.2005

Code 46

Beklemmende Gentechnik

Na also, er kann es noch: Kurz nach seinem künstlerischen Totalausfall "Nine Songs" kommt nun ein Film in die Kinos, der unser Vertrauen in den Namen Michael Winterbottom wiederherzustellen vermag: "Code 46" heißt das Werk, mit dem der britische Regisseur seinem bewährten Prinzip treu bleibt, bei jedem neuen Film alles anders zu machen als beim letzten. Und so ist "Code 46" ein Science-Fiction-Film geworden, und zwar im besten Sinne: kühn, visionär und elegant. Ähnlich wie Andrew Niccol in "Gattaca" (1997) nimmt sich Winterbottom dabei den Implikationen der Gentechnologie an, die erst auf den zweiten Blick so richtig deutlich werden.

Tim Robbins spielt den Ermittler William, der infolge einer natürlichen Begabung und unter Zuhilfenahme eines Empathie-Virus in der Lage ist, jede gewünschte Information aus den Gedanken einer Person zu lesen, wenn diese ihm irgendetwas von sich erzählt. Bei der Untersuchung von Manipulationen bei der Vergabe von Visa lernt er die junge Maria (Samantha Mortion) kennen, die er zwar als Schuldige identifiziert, aber auf Grund einer spontanen Gefühlsregung nicht ausliefert.

Als sie sich zufällig wieder treffen, verbringen sie die Nacht miteinander, was zu einer ungewollten Schwangerschaft führt und so eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, die sie schon bald nicht mehr kontrollieren können. Als Maria kurz darauf verschwindet, beginnt William nach ihr zu suchen und stößt bei seinen Nachforschungen auf schier Unglaubliches ...

In faszinierenden Bildern voll suggestiver Kraft erzählt der Film, was passiert, wenn der Mensch sich zum Schöpfer seiner selbst aufschwingt. Durch die beängstigende Nähe seiner Welt zu der unseren - gedreht wurde an real existierenden Originalschauplätzen in Schanghai, Dubai und Jaipur -, gelingt ihm dabei das Kunststück, beim Zuschauer den beklemmenden Eindruck zu erwecken, dass die im Film entworfene Zukunft längst begonnen hat.
 

Tilman Weigele

03.03.2005 - aktualisiert: 03.03.2005 11:23 Uhr

 


Anzeigen
 
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise