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Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 17.03.2005

Die Tiefseetaucher

Nur ein Gag

Wes Anderson liebt das Absurde am Dasein: "Rushmore" war eine böse Satire aufs US-Schulsystem, "The Royal Tenenbaums" eine auf die liebe Familie. Schön schräg beginnt auch sein jüngster Film, eine Persiflage auf Meeresfilmer wie Jacques Cousteau mit Bill Murray in der Hauptrolle des heruntergekommenen Abenteurers Steve Zissou. Da reiht ein Starensemble einen Gag an den nächsten, da werden die Gefahren des Meeres aufgebauscht und Tiere in Bonbonfarben animiert, da besteht die Crew an Bord des verrosteten Expeditionskahns zum Großteil aus ausgebeuteten Praktikanten, da vernichtet ein verlorener Sohn (Owen Wilson) sein sauer Erspartes beim Rachefeldzug gegen einen Hai.

Leider versandet die Story auf halbem Wege in einer bemühten Actionfilm-Persiflage mit philippinischen Piraten und verkommt zur Nummernrevue, die Gags abarbeitet, ohne irgendwohin zu führen. Merke: Ohne Handlung keine Komödie. Und weil einem auch die überdrehten Charaktere bald herzlich wurscht sind, schreckt man nur noch aus dem Halbschlaf auf, wenn dieser wunderbare Mann mit der Akustikgitarre alte Songs von David Bowie auf Portugiesisch intoniert - mit Abstand der beste Gag. Aber eben auch nur ein Gag.
 

Bernd Haasis

17.03.2005 - aktualisiert: 17.03.2005 14:39 Uhr

 


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